| Berlins ältester Bau: Nikolaikirche wird eröffnet (Bild geplant) |
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| Sonntag, 21. März 2010 um 09:37 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Es ist das älteste Gebäude Berlins und ein frühes Zeugnis der Stadtgeschichte: Die Nikolaikirche zählt zu den Wahrzeichen der Hauptstadt wie Brandenburger Tor und Fernsehturm. Nach zwei Jahren Sanierungsarbeiten öffnet das Gotteshaus im Nikolaiviertel an diesem Sonntag (15.00) wieder für Besucher mit einer Ausstellung, die Entstehung und Nutzung der Basilika in den vergangenen 800 Jahren nachzeichnet.
Mit den beiden prominenten Backsteintürmen hebt sich die um 1200 errichtete Kirche über den Dächern des Quartiers an der Spree ab. Wie das Viertel erhielt auch die Kirche vor dem Mauerfall ihre heutige Gestalt. Außer einigen Wandgrabmälern und Farbresten war von dem Bau nach dem Krieg kaum etwas übrig geblieben. Zur 750-Jahrfeier Berlins 1987 hatte die DDR den im Krieg schwer beschädigten und später eingestürzten Backsteinbau für das Stadtmuseum rekonstruiert.
«Ohne den Wiederaufbau der Nikolaikirche wäre niemand auf den Gedanken gekommen, auch das Viertel neu zu bauen», sagte Albrecht Henkys, Kurator der Ausstellung und seit Jahrzehnten im Berliner Stadtmuseum der Kirche verbunden.
Zwischen der «Patchwork-Architektur» der Plattenbauten behauptet sich die Nikolaikirche als Zeichen frühen christlichen Lebens in der einstigen Doppelstadt Berlin und Cölln. Nach der Reformation wurde die Kirche als «verlängerter Ratssaal» und «Pantheon der Berliner Geschlechter» auch ein Ort bürgerlicher Öffentlichkeit.
Berlin erhalte ein stadtgeschichtliches Juwel zurück, eine Wiege freiheitlicher und demokratischer Traditionen, sagte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zur Eröffnung. Hier wurde 1809 die erste Stadtverordnetenversammlung vereidigt, 1991 konstituierte sich in der Nikolaikirche das erste frei gewählte Gesamtberliner Abgeordnetenhaus. Zu religiösen Zwecken wurde die Kirche bis 1939 genutzt.
Mit der ständigen Ausstellung «Vom Stadtgrund bis zur Doppelspitze» solle die Feldsteinbasilika nun wieder als Sakralbau erlebbar werden, sagte Henkys. Bereits beim Wiederaufbau habe die DDR zugestanden, dass die Nikolaikirche «in Grenzen» als einstiges Gotteshaus gewürdigt wird. Überlebensgroße Schnitzfiguren, die einst zum Barockaltar gehörten, sind nun ebenso wieder hier zu sehen wie das mächtige Triumphkreuz am Übergang vom Kirchenschiff zum Chorraum, das Taufbecken von 1563 und die Kanzel von 1662.
Henkys hat für die Ausstellung sieben «Themeninseln» geschaffen, die über die Geschichte der Kirche und der Stadt berichten. Ein Teil der Ausstellung ist dem Dichter Paul Gerhardt («O Haupt voll Blut und Wunden») gewidmet. Der Theologe (1607-1676) wirkte hier zehn Jahre als Diakon. Neu gestaltet wurden auch die Beleuchtung und der Fußboden, geöffnet sind in Zukunft erstmals auch die unterirdischen Bereiche des Kirchenbaus.
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