| Afghanistans Schätze in der Bundeskunsthalle |
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| Sonntag, 21. März 2010 um 09:37 Uhr | ||
Bonn (dpa/lnw) - Stoff für einen Politthriller: Jahrzehnte war der Kunstschatz aus der afghanischen Ausgrabungsstätte Tillya-tepe verschwunden. Die Welt glaubte, das Gold sei eingeschmolzen, die Kunstschätze auf dem Schwarzmarkt verkauft oder von den Taliban zerstört worden. 2004 aber, nach dem vorläufigen Ende der Taliban, tauchte der Schatz unversehrt wieder auf. Mitarbeiter des Nationalmuseums Kabul hatten ihn kurz vor dem Sturz der Kommunisten 1988 in den Depots der Zentralbank versteckt und so vor Zerstörung gerettet. Vom 11. Juni bis zum 3. Oktober zeigt die Bundeskunsthalle in Bonn nun die Ausstellung «Afghanistan. Gerettete Schätze. Die Sammlung des Nationalmuseums in Kabul».
2001 hatte das Taliban-Regime entschieden, alle Skulpturen des Kabuler Nationalmuseums zu vernichten - mehr als 2000 Ausstellungstücke wurden zerstört. Das eiserne Schweigen der Museumsleitung über den Verbleib der großen Sammlung aber machte es möglich, dass die Schätze von Tillya-tepe, der 1966 entdeckten Ausgrabungsstätte Tepe Fullol im antiken Baktrien (ca. 2000 vor Christus) und die vom indischen Einfluss in dieser Region zeugenden Funde von Begram die Zeiten des Bürgerkriegs und der politischen Ungewissheit unversehrt überdauerten.
230 Objekte aus vier archäologischen Ausgrabungsstätten Afghanistans werden den Besuchern präsentiert. In Deutschland sind sie erstmals und nur in Bonn zu sehen. Zum ersten Mal wurde die Schau 2006 in Paris gezeigt, seitdem ist sie auf Reisen. Nach Museen in Turin und Amsterdam folgten Ausstellungen in Washington DC, San Francisco, Houston und Ottawa. Nun kehrt die Ausstellung nach Europa zurück. Deutschland wird nicht der letzte Standort sein. An eine baldige Rückführung in das Museum in Kabul ist derzeit nach Angaben der Bonner Museumsleitung nicht zu denken. Dafür sei die Lage in Afghanistan zu unsicher.
Auf den Spuren der vier Ausgrabungsstätten wird das archäologische Abenteuer in Afghanistan widergespiegelt, aber auch seine Geschichte vom Altertum bis zu den Herrschaftszeiten der Kushan. Damals lag Afghanistan im Zentrum eines Nomadenimperiums von enormer Größe. Es erstreckte sich von Nordindien bis Zentralasien.
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