| Schloss Lichtenwalde mit Feierstunde eröffnet |
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| Sonntag, 21. März 2010 um 09:37 Uhr | ||
Lichtenwalde (dpa/sn) - Sachsen hat ein neues Schmuckstück. Am Freitag wurde Schloss Lichtenwalde nach rund zwölfjähriger Bauzeit offiziell wiedereröffnet. Das Publikum kann ab dem 28. März einen Blick auf die in 35 Ausstellungskabinetten präsentierten rund 1800 Kostbarkeiten wie Porzellane, Skulpturen, Bilder und Möbel werfen. Diese stammen fast ausschließlich aus Privatsammlungen, die dem Freistaat geschenkt wurden. Die Sanierung ließ sich der Freistaat 13,8 Millionen Euro kosten. Etwa 40 000 Besucher pro Jahr werden in dem Schloss erwartet.
Gezeigt werden in der «Schatzkammer Lichtenwalde» auch westafrikanische, tibetanische und nepalesische Stücke des Ethnologen Walter A. Frank, der bei der Feierstunde dabei war. Zu sehen ist auch die Gemälde- und Ostasien-Kollektion des 2009 gestorbenen Kunstsammlers Georg Brühl. Als Attraktion des Schlosses gilt das durch die Brühl-Sammlung ausgestattete Chinesische Zimmer mit asiatischen Keramiken und Möbeln.
Brühl und Frank hatten im Austausch für ihre Schenkungen Wohnrecht auf dem Barockschloss nordöstlich von Chemnitz erhalten. Brühl starb vor einem Jahr kurz vor seinem 78. Geburtstag. Der heute 83-jährige Frank lebt seit 1992 auf dem Gelände des Schlosses, das auf eine 1230 errichtete Ritterburganlage zurückgeht und vor 1989 als Schulungszentrum für das DDR-Gesundheitswesen genutzt worden war.
Dass Schloss Lichtenwalde heute wieder in vollem Glanz erscheint, war ursprünglich vom Freistaat nicht geplant. Eigentlich sollte der vor 20 Jahren heruntergekommene Barockbau verkauft werden. Nachdem kein geeigneter privater Investor gefunden wurde, entschloss sich der Freistaat zu den aufwendigen Restaurierungsarbeiten.
Finanzminister Georg Unland (CDU) sprach auf der Feierstunde von einem «Muss für jeden Kulturfreund». Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass der Barockbau nahe Chemnitz «die touristische Landkarte Sachsens neu schreiben wird». Er sei aus zwei Gründen froh, dabei zu sein, bemerkte er. «Erstens ist es der erste angenehme Termin in dieser Woche, zweitens beobachte ich seit gut 20 Jahren, was hier passiert.»
An der Feierstunde nahmen mehr als 100 Gäste teil, darunter auch Mitarbeiter der zumeist aus der Region stammenden Betriebe, die mit den Bauarbeiten beauftragt waren.
Am 26. März wird auf dem Schloss zudem die neue Galerie «Junges Design» eröffnet. Sie wird im Nordflügel Arbeiten von Studenten aus der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg vorstellen, einem Fachbereich der Westsächsischen Hochschule Zwickau.
Internet: www.die-sehenswerten-drei.de
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