| Museumsbund Sachsen warnt vor Privatisierungen |
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| Sonntag, 21. März 2010 um 09:37 Uhr | ||
Dresden (dpa/sn) - Das Heimatmuseum taugt aus Sicht des sächsischen Museumsbundes nicht als Sparbüchse. Angesichts leerer Kassen in den Kommunen warnte er vor Privatisierungen von Sammlungen. «Das ist auf keinen Fall ein Allheilmittel. Dieses Modell löst nicht die Probleme der Museen, sondern die der Kämmerer», sagte der Vorsitzende des Sächsischen Museumsbundes, Friedrich Reichert, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Aber selbst aus Sicht der Finanzdezernenten bringe Outsourcing nur kurzzeitig Entspannung. Dennoch mehrten sich im Freistaat die Fälle, bei denen Träger eine Privatisierung von Museen anstreben.
«In erster Linie geht es ihnen darum, am Personal zu sparen. Das ist sozial verwerflich», betonte Reichert. Es dürfe nicht sein, dass Wissenschaftler zu Hausmeistertarifen eingestellt würden. Da auf Stellenausschreibungen mitunter Hunderte Bewerber kämen, werde das nicht selten als Mittel zu Lohndumping genutzt. «Die Träger wissen ganz genau, dass Museumsleute Referenzen brauchen und deshalb auch gering bezahlte Jobs annehmen. So etwas darf man nicht ausnutzen.» Nach Angaben von Reichert werden schätzungsweise 20 Prozent der Museen in Sachsen bereits privatwirtschaftlich betrieben. Einige hätten sich aber von diesem Modell auch wieder verabschiedet.
Grundsätzlich ist es dem Verbandschef um die Zukunft der Museen im Freistaat nicht bange. «Museen sind ganz starke Überlebenskünstler.» Dennoch seien die Häuser immer mehr auf bürgerschaftliches Engagement angewiesen. Reichert ging auch auf die anstehenden Kürzungen ein. Die staatlichen Museen in Sachsen erhalten 2010 wegen einer Haushaltssperre 300 000 Euro weniger. «Das geht zu Lasten der Qualität und Kontinuität.» Er erinnerte das Land Sachsen an seinen Anspruch, ein Land der Kultur und Künste zu sein. «Das ist wie beim Fußball. Wer in Europa vorn mitspielen will, braucht gute Spieler. Da reicht es nicht, immer mal den Trainer auszuwechseln.»
«In den vergangenen 20 Jahren ist ein reiche Museumslandschaft entstanden. Das darf man jetzt nicht aufs Spiel setzen», sagte Reichert. Es klaffe durchaus ein Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Zugleich kritisierte er Pläne für ein sogenanntes Nationalmuseum in Sachsen. Es war auf Wunsch der FDP in den Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Regierung gelangt. «Das ist eine fixe Idee». Wer etwas für die Landesgeschichte tun wolle, sollte vielmehr die Museen in den Regionen stärken. «Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Schlösser, Burgen und Festungen, die Museen in den Kommunen - das alles sind Bausteine der sächsischen Landesgeschichte.»
Von Samstag bis Montag hält der Museumsbund seine Jahrestagung in Bautzen ab. Das Thema der Konferenz lautet «Museen - verwurzelt im Ort.» Neben zahlreichen Vorträgen gibt es auch Exkursionen. Autor: Jörg Schurig, dpa
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