| Ausstellung über SS-Offiziere eröffnet |
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| Sonntag, 21. März 2010 um 09:37 Uhr | ||
Fürstenberg (dpa/bb) - Eine neue Dauerausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück informiert seit Samstag über das Alltagsleben, die Verbrechen und Biografien von SS-Offizieren. Die Schau ist im ehemaligen Wohnhaus des Lagerkommandanten des früheren Konzentrationslagers zu sehen. Sie ergänzt die 2006 in einem der Aufseherinnen-Häuser eingerichtete Schau über das weibliche Bewachungspersonal. Im KZ Ravensbrück und seinen mehr als 40 Außenlagern waren nach Angaben der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten zwischen 1939 und 1945 insgesamt 140 000 Menschen aus über 40 Nationen inhaftiert - überwiegend Frauen, aber auch Kinder und rund 20 000 Männer.
Zehntausende Lagerinsassen starben durch die katastrophalen Haftbedingungen, Tausende wurden erschossen, vergast oder auf andere Weise umgebracht. Die neue Ausstellung mit dem Titel «Das Führerhaus; Alltag und Verbrechen der Ravensbrücker SS-Offiziere» stelle «eine weitere bedeutende Etappe im Prozess der Sanierung und Neugestaltung» dar, sagte Gedenkstätten-Leiterin Insa Eschebach zur Eröffnung. Erstmals werde dokumentiert, dass sich rund ein Viertel der Ravensbrücker Offiziere niemals vor Gericht für ihre Taten verantworten musste.
An der Auftaktveranstaltung mit rund 150 Gästen nahmen auch der Londoner Historiker Peter Longerich und der 83-jährige Ravensbrück- Überlebende Noah Klieger aus Tel Aviv teil. Die Ausstellungsstücke in dem früheren Kommandantenhaus stammen laut Stiftung aus mehr als 25 Archiven im In- und Ausland. An vier «Medienstationen» sind die Aussagen der SS-Offiziere vor den Gerichten der Alliierten ebenso wie die Berichte ehemaliger Häftlinge zu hören.
Internet: www.ravensbrueck.de
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