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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Privates Rotlichtmilieu: Lichtkunst im Keller Von Katharina Heimeier, dpa (Mit Bildern) PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 25. März 2010 um 19:44 Uhr

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Bergkamen (dpa/lnw) - Die einfache Glühbirne in ihrer Vorratskammer wird Gisela Schmidt in den nächsten Wochen eher selten anknipsen. Stattdessen wird der Keller in rotem Licht leuchten. «Ich habe jetzt ein Rotlichtmilieu hier», sagt die 82 Jahre alte Frau aus Bergkamen. An die Kellerregale mit alten Vasen, Marmeladengläsern und Kartons sind Wörter aus roten Leuchtröhren montiert. «Geschichte, Ganzheit, Kontext, Ort, Teile, Bedeutung» ist da zu lesen. Bis zum 27. Mai wird Gisela Schmidts Hauswirtschaftsraum zu einem Ausstellungsort für Lichtkunst. Sie ist eine von 60 Privatleuten, die ihre Häuser und Wohnungen im Rahmen der weltweit ersten Biennale für Internationale Lichtkunst öffnen.

 

Die Biennale mit dem Titel «open light in private spaces» ist ein Beitrag zur Kulturhauptstadt 2010 und soll neben den Kunstwerken selbst zeigen, wie die Menschen im östlichen Ruhrgebiet leben, arbeiten und wohnen. «International arbeitende Künstlerinnen und Künstler, die Licht als Werkstoff verwenden, treffen auf Privatpersonen, die teilweise bisher mit Kunst nur wenig in Berührung kamen», sagt Matthias Wagner K, der die Ausstellung als künstlerischer Leiter betreut. 35 Künstler zeigen ihre Arbeiten in den Räumen von Einwohnern aus Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Hamm, Lünen und Unna.

 

Im Dachstuhl eines Bestattungsinstituts in Unna wird zum Beispiel ein dreidimensionales Modell vom atomaren Aufbau des Mondes zu sehen sein. Im Therapieraum eines Institutes für Stimm- und Sprachtherapie in Unna werfen drei Projektoren in loser Reihenfolge Buchstaben und Zahlen an die Wände. Andere Lichtkunstinstallationen werden zum Beispiel im Kinderzimmer eines acht Jahre alten Mädchens aus Unna, in einem Partykeller in Bergkamen, einem alten Kino in Hamm und dem Musikzimmer eines Ehepaars aus Lünen gezeigt.

 

Gisela Schmidt ist die älteste Teilnehmerin der Biennale. Sie hat früher als Kunstlehrerin gearbeitet und interessiert sich immer noch sehr für Kunst. Wie ein Künstler ihren Vorratskeller gestalten würde, konnte sie sich erst nicht vorstellen. «Ich habe mich gefragt, was wird der da machen zwischen dem ganzen Ramsch?», sagt sie. Jetzt sehe sie den von Joseph Kosuth gestalteten Raum in einem anderen Licht. Vor allem das leuchtende Wort «Bedeutung» hat es ihr angetan. «Für unsere Familie hat der Keller wirklich eine Bedeutung», sagt sie. In einer Ecke steht zum Beispiel ein alter Schrank, den ihr Sohn in seiner Zeit als Punk besprüht hat. An einer anderen Stelle befindet sich eine Steckdose, die ihr Mann vor langer Zeit extra für sie angebracht hat.

 

Immer an den Tagen mit ungeradem Datum wird Gisela Schmidt ihre Kellertür von 10 bis 18 Uhr für Besucher öffnen. Sorgen wegen des vielen Besuchs macht sie sich nicht. «Ich kann mir vorstellen, dass ganz interessante Gespräche entstehen können.» Extra aufgeräumt hat sie auch nicht. «Ich habe alles so gelassen, wie ich es immer habe.»

 

Die Kunstwerke in Unna, Fröndenberg und Bönen sind an Tagen mit geradem Datum zu sehen. Die privaten Räume in Hamm, Lünen und Bergkamen öffnen an den ungeraden Tagen. Täglich außer mittwochs starten vom Hauptbahnhof in Unna Bustouren zu ausgewählten Räumen in jeweils einer Stadt. Die Biennale für Internationale Lichtkunst soll künftig alle zwei Jahre stattfinden.

 

Internet: www.biennale-lichtkunst.de

 



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