| Neuer Chef: Berlinische Galerie als Kunsthalle |
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| Mittwoch, 31. März 2010 um 20:57 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Die Berlinische Galerie will sich künftig noch stärker als Zentrum für zeitgenössische Kunst aus der Hauptstadt präsentieren. «Wir sind die Kunsthalle», sagte der neue Direktor Thomas Köhler am Mittwoch bei der Vertragsunterzeichnung. In Berlin gibt es seit einigen Jahren eine Debatte um einen Ort, an dem Werke von Künstlern, die in der Stadt leben und arbeiten, besser zur Geltung kommen als bislang.
Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit (SPD) wollte eine eigene Kunsthalle, die Stadt hat aber derzeit kein Geld. «Wir könnten uns der Sache annehmen», sagte Köhler. Kulturstaatssekretär André Schmitz ist da «ein bisschen anderer Meinung», sieht aber die Ausrichtung des neuen Direktors mit Sympathie. Laut Schmitz soll im April das Konzept für die geplante mobile Kunsthalle für Berlin bekanntgegeben werden, die es vor einer etwaigen festen Halle geben soll.
Von Köhler dürfe man erwarten, dass er die Berlinische Galerie «vor allem durch die Präsentation junger Kunst in ihrem Profil schärft und durch attraktive Ausstellungen und Programmarbeit neue Publikumsschichten an das Haus bindet».
Köhler tritt sein Amt am 1. September an. Sein Vorgänger Jörn Merkert, der das Haus seit 1987 leitet, geht in den Ruhestand. Merkert appellierte an den Senat, das Museum mit einem eigenen Etat für Anschaffungen auszustatten. Die Berlinische Galerie hat seit 2004 ihren Sitz in der Alten Jakobstraße in der Nähe des Jüdischen Museums. «Das Haus steht gut da», betonte Schmitz.
Das Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur versteht sich laut seiner Homepage als eines der jüngsten und experimentierfreudigsten Museen Berlins. 1975 als privater Verein gegründet, saß es lange Jahre im Martin-Gropius-Bau, bevor es ein eigenes Haus bekam. Schwerpunkt ist Kunst, die von 1870 bis heute in Berlin entstand. Kürzlich erwarb die Galerie ein zentrales Werk von Georg Baselitz.
Der promovierte Kunsthistoriker Köhler (44) nannte als seine prägenden Stationen seine Zeit in Frankfurt, als Kurator am Whitney Museum of American Art in New York und als kommissarischer Leiter des Kunstmuseums Wolfsburg. Seit 2008 leitet er die Sammlungen und das Ausstellungsprogramm der Berlinischen Galerie als ihr stellvertretender Direktor. Köhlers Vertrag hat eine Laufzeit von vier Jahren. Eines seiner Ziele ist eine neue Abteilung für Kunstbildung (Education) ähnlich wie im Whitney Museum.
Internet: www.berlinischegalerie.de
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