| Künstler warnen vor Rechtspopulismus in Europa |
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| Montag, 10. Mai 2010 um 07:05 Uhr | ||
Berlin (dpa) - Die Akademie der Künste in Berlin hat vor einem Erstarken rechter Bewegungen in Europa gewarnt. «Der Rechtspopulismus (dringt) europaweit immer häufiger in die Mitte der Gesellschaft vor. Rassistische und rechtsextreme Ideen und Taten sind keine Randerscheinung mehr», hieß es in einer Erklärung der Mitgliederversammlung. Auslöser waren die Wahlen in Ungarn, wo erstmals die rechtsextreme Partei Jobbik ins Parlament einzieht.
Akademiepräsident Klaus Staeck appellierte an die kulturellen Eliten, sich nicht der politischen Verantwortung zu entziehen. Die Angebote der Kunst zur Abwehr der aktuellen Gesellschaftskrise seien bescheiden, sagte der Grafiker am Samstagabend bei einer Jubiläumsfeier zum Abschluss der Mitgliederversammlung.
«Die Hochleistungskünstler und Turbointellektuellen (verhalten) sich nicht so viel anders als alle anderen Marktteilnehmer - herrscht doch so etwas wie eine geistige Wühltischatmosphäre», sagte Staeck. «Bei schleichender Auflösung einst verbindlicher Maßstäbe und Begriffe gerät die Flucht aus der Verantwortung schnell zum Massentourismus.»
Staeck rief dazu auf, der «Auszehrung der Demokratie» aktiv zu begegnen. Die Akademie bleibe der Aufklärung uneingeschränkt verpflichtet. «Wir sind keine kulturelle Wärmestube für alternde Künstler», sagte er. «Wir wollen Lust auf Demokratie machen in unruhiger Zeit, in der ihre eigentliche Bewährungsprobe noch bevorsteht.»
Akademie der Künste ist eine internationale Gemeinschaft hochrangiger Künstler. Sie feierte am Samstag in einer «Langen Nacht» das 50-jährige Bestehen ihres traditionsreichen Hauses am Hanseatenweg in Berlin. Zu den Teilnehmern gehörten György Konrád, Volker Schlöndorff, Corinna Harfouch, Peter Härtling und Gisela May.
Derzeit zählt die Kunstinstitution 384 Mitglieder. In der Sektion Literatur wurde Ingo Schulze zum neuen Direktor gewählt. Er löst Volker Braun ab, der das Amt 2009 auf ein Jahr befristet übernommen hatte. Die Namen der neu gewählten Mitglieder sollen erst später bekanntgegeben werden.
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