| Matschie will kulturelle Schwerpunkte setzen |
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| Mittwoch, 12. Mai 2010 um 06:23 Uhr | ||
Erfurt (dpa/th) - Thüringens Kultusminister Christoph Matschie (SPD) will angesichts des Sparzwangs kulturelle Schwerpunkte setzen. Gemeinsam mit etwa 30 Fachverbänden will er bis Ende des Jahres ein Leitbild Kultur für den Freistaat vorlegen, kündigte er am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Erfurt an. «Die Frage dabei lautet, was kann die Kultur für Thüringen leisten, und nicht, wie viel Kultur kann sich Thüringen leisten.»
Das Land habe nicht viele Möglichkeiten, sich attraktiv zu präsentieren. Die Kultur zähle aber eindeutig zu den wesentlichen Standortfaktoren. «Deshalb müssen wir in diesem Bereich klug sparen.» Die Finanzierung der Theater, die Ende 2012 ausläuft, will Matschie gemeinsam mit dem Leitbild verhandeln. Weitere Kooperationen wie zwischen Gera und Altenburg seien durchaus denkbar. Eine Zusammenarbeit zwischen Erfurt und Weimar schloss er jedoch aus. «Da würde ich die Finger davon lassen. Da ist in der Vergangenheit so ungeschickt vorgegangen worden.»
Die Debatte will der Minister mit dem ersten Thüringer Kulturforum am 21. Mai in Sondershausen anstoßen. Dazu wurden etliche Fachleute eingeladen, darunter der ehemaliger Geraer Intendant und Kulturberater in Dubai, Michael Schindhelm, und der frühere Görlitzer Kulturbürgermeister Ulf Großmann. Die Palette der Workshops reicht von der Kulturerziehung in Schulen bis zur Finanzierung, etwa mit der Gewinnung von Sponsoren oder einem Kulturraumgesetz.
In einer Umfrage des Senders MDR Thüringen hatten die Theater mehr Geld gefordert. Danach rechnen Erfurt, Weimar und Gera-Altenburg in den kommenden Jahren mit Kostensteigerungen von rund zwei Millionen Euro. Der Meininger Intendant Ansgar Haag erklärte, er benötige alleine eine Million Euro, um die Tarifsteigerungen bezahlen zu können. Matschie kündigte an, er werde in den kommenden Monaten in die Verhandlungen einsteigen.
Die Linke befürchtet, dass die Regierung mit der Debatte um das Leitbild auf Zeit spielt und Theater und Orchester im Regen stehen lässt. «Wir brauchen keine weitere Aufzählung und Würdigung der kulturellen Vielfalt», sagte Abgeordnete Birgit Klaubert. «Es muss deutlich gesagt werden, wohin sich die Kultur in Thüringen entwickelt und auf welchen finanziellen Grundlagen.»
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