| Skalpell als Wegbereiter der Kunst |
|
|
|
| Montag, 17. Mai 2010 um 06:51 Uhr | ||
Gotha (dpa/th) - Den Einfluss der anatomische Forschung auf die Kunst der Renaissance beleuchtet eine Ausstellung in Gotha. «Die Tore der Moderne wurden mit dem Skalpell geöffnet», sagte Roland Krischke von der Stiftung Schloss Friedenstein am Mittwoch zur Vorbesichtigung der am kommenden Samstag beginnenden Schau mit 150 Exponaten. Unter den Titel «Anatomie - Gotha geht unter die Haut» zeigt sie die Zusammenhänge zwischen Kunst und medizinischer Forschung bis ins 19. Jahrhundert hinein.
Der Blick in den menschlichen Körper blieb über Jahrhunderte verwehrt, weil die Kirche die Leichenöffnung verbot. Erst zur Zeit der Renaissance setzten sich Wissenschaftler darüber hinweg und sezierten Tote. Die Obduktionen wurden dann sogar als «Anatomisches Theater» vor Publikum inszeniert. Künstler von Leonardo da Vinci bis Albrecht Dürer sahen im genauen anatomischen Wissen eine Voraussetzung für ihre Arbeit.
Als Belege für die «Ästhetisierung» der zuvor verborgenen inneren Mechanik des Körpers zeigt Gotha unter anderem die Gipsplastik «Muskelmann» des französischen Bildhausers Jean-Antoine Houdon von 1767. Ebenfalls aus den frühen Beständen der herzoglichen Sammlungen stammt das 1723 in Frankreich erworbene Präparat eines menschlichen Körpers. Es wird im Volksmund «Schlotfeger» genannt, obwohl es der Körper eines zwölfjährigen Mädchens ist.
|
























































