| Ägypter fordern Nofretete offiziell zurück |
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| Montag, 17. Mai 2010 um 06:51 Uhr | ||
Kairo (dpa) - Die ägyptische Altertümerverwaltung will in der kommenden Woche offiziell die Rückgabe der Nofretete-Büste aus dem Ägyptischen Museum in Berlin fordern. «Wir werden die Nofretete nächste Woche zurückfordern, wir diskutieren jetzt nicht mehr darüber, ob wir dies tun, sondern nur noch darüber, wie diese Forderung formuliert werden soll», sagte der Generalsekretär der Behörde, Zahi Hawass, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Kairo.
Hawass zeigte sich außerdem beleidigt, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Statue nicht für die in eineinhalb Jahren geplante Eröffnung des Echnaton-Museums in der Provinz Minia an Ägypten ausleihen will. «Wir respektieren Vereinbarungen, wir sind schließlich nicht die Piraten aus der Karibik», erklärte Hawass. Seine Behörde werde sich weder ausgeliehene Altertümer unter den Nagel reißen, noch sei eine Beschädigung der mehr als 3000 Jahre alten Büste zu befürchten.
Hawass ist der Ansicht, dass Ludwig Borchardt, der die Büste der Gattin von Pharao Echnaton 1912 in Tell al-Amarna ausgegraben hatte, die Verantwortlichen in Kairo damals mit unlauteren Mitteln hinters Licht geführt hat. Der deutsche Archäologe habe dadurch sicherstellen wollen, dass die von Bildhauer Thutmosis geschaffene Büste nach Deutschland kommt. In Berlin wird diese Täuschungsabsicht bestritten.
Die Nofretete ist seit vergangenen Herbst das Glanzstück im wiedereröffneten Neuen Museum auf der Berliner Museumsinsel. Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer, hatte Ende vergangenen Jahres betont, dass Nofretete in Berlin bleibt. Das sei selbstverständlich, daran gebe es keinen Zweifel.
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