| «Pling» - Schlingensiefs Biennale-Traum |
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| Mittwoch, 19. Mai 2010 um 06:59 Uhr | ||
Berlin (dpa) - Der Theaterregisseur Christoph Schlingensief (49) will bei der Kunstbiennale in Venedig 2011 die deutsche Vergangenheit nicht auf erwartbare Weise thematisieren. «In Bayreuth dachten auch alle: Jetzt kommen die BDM-Mädchen, und ich mache ein Hakenkreuz aus Scheiße auf die Bühne. Dann wären alle begeistert gewesen», sagte Schlingensief, der 2004 in Bayreuth den «Parsifal» inszenierte, dem Magazin «Monopol». Anfang Mai war bekanntgeworden, dass der Regisseur den deutschen Pavillon auf der 54. Biennale gestalten wird.
Über das 1938 von den Nationalsozialisten gestaltete Gebäude macht sich Schlingensief bereits seine Gedanken: «Ein Traum wäre, man könnte auf Knopfdruck das Haus wegklicken. Man macht "pling", und es ist weg, und "pling" ist es wieder da. Wir haben ja auch den Palast der Republik abgerissen, und in 30 Jahren bauen wir ihn vielleicht wieder auf - das würde ich gerne beschleunigen», sagte Schlingensief. «Aber die Technik ist noch nicht so weit. Das Gebäude ist ganz klar nicht wegzulügen, die Vergangenheit ist auch nicht wegzulügen.»
Der Maler Gerhard Richter kritisierte Schlingensiefs Berufung. «Das ist ein Skandal. Die nehmen einen Performer, dabei haben wir tausende Künstler», sagte Richter am Dienstag in Dresden. Er wertete dies als Zeichen für den Niedergang der Malerei.
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