| Entspannung im Streit um nackten Papst |
|
|
|
| Donnerstag, 20. Mai 2010 um 07:10 Uhr | ||
Konstanz (dpa) - Im Konstanzer Dauerstreit um die nackte Papstskulptur stehen die Zeichen auf Entspannung. Zwar soll die umstrittene Figur des Bildhauers Peter Lenk weiterhin aus den Räumen der Tourist-Information entfernt werden. «Es gibt aber auf keinen Fall eine Hauruckaktion, da wir die Figur beim Abbau nicht beschädigen wollen», erklärte der Konstanzer Tourismus-Chef Norbert Henneberger am Mittwoch.
Die fast 700 Kilogramm schwere Skulptur steht in der neuen Tourismuszentrale im Konstanzer Hauptbahnhof, die an diesem Freitag eröffnet wird - gedacht als frech-bunter Blickfang. Doch gleich nach dem Aufbau im April hagelte es Proteste. Daran beteiligten sich auch Stuttgarter CDU-Politiker - animiert durch eine später korrigierte falsche Zeitungsmeldung, wonach die Plastik den amtierenden Papst Benedikt XVI. darstelle.
Die Plastik ist eine Kopie der Papstfigur aus der riesigen Lenk-Statue «Imperia», die seit 1993 die Konstanzer Hafeneinfahrt ziert. Sie soll an das Konstanzer Konzil (1414-1418) erinnern und zeigt eine üppige Kurtisane, die auf ihren Händen zwei nackte Figuren trägt. Eine ist mit einer päpstlichen Tiara (Papst- Krone) geschmückt. Lenk präsentiert zwei Versionen: Mal sagt er, bei der Figur handele sich um Papst Martin V. aus der Konzilszeit; dann spricht er von einem Gaukler, der sich die kirchlichen Insignien angeeignet habe.
Oberbürgermeister Horst Frank (Grüne) erklärte am Mittwoch, Bürger hätten sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt gesehen. Deshalb sei die Entfernung der Skulptur eine angemessene Lösung. Lenk erklärte sich unter bestimmten Bedingungen bereit, beim Abbau zu helfen. Bei der Eröffnung der Tourismuszentrale am Freitag ist der nackte Papst auf jeden Fall dabei.
|
























































