| Twitter, Facebook, Blogs: Museen sind zurückhaltend |
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| Freitag, 21. Mai 2010 um 07:21 Uhr | ||
Nürnberg (dpa/lby) - Via Twitter und Facebook mit Besuchern kommunizieren, Blogs pflegen, sich Bewertungsportalen stellen - viele Museen in Deutschland stehen diesen Möglichkeiten noch skeptisch gegenüber und wagen sich nur sehr vorsichtig ins Web 2.0. «Viele sind nicht gut genug aufgestellt. Sie haben das Internet erst recht spät akzeptiert», sagte Thilo Martini in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Er hat den zweitägigen Kongress «museums and the internet» (mai) organisiert, der am Donnerstag im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg begann.
Viele Museen hätten Angst gehabt, eine Web-Präsenz koste ihnen Besucher, «doch das hat sich nicht bewahrheitet», sagte der Wissenschaftler. Im Gegenteil: Das Internet sei ein Informationsmedium für potenzielle Museumsbesucher geworden. Mittlerweile seien deshalb auch die Internetauftritte von Museen viel ausgefeilter. Bilder, Videos und 3-D-Darstellungen der Sammlungen können im Web betrachtet werden. Längst beschränkten sich die Museen nicht mehr nur darauf, Öffnungszeiten und Anfahrtsskizzen online zu stellen.
«Aber jetzt kommt die Schwelle zum Web 2.0», erläuterte Martini. Das heißt: Können Museen künftig auch via Internet kommunizieren, lassen sie Interessenten partizipieren? Sind sie sogar bereit, sich Bewertungen zu stellen, wie sie beispielsweise bei Hotelbewertungsportalen längst üblich sind? «Die Museen sind hier gerade in einer Art Testphase», sagte Martini, der zusammen mit 160 internationalen Tagungsteilnehmern über diese Fragen diskutierte.
Allerdings sei die Betreuung einer Präsenz in sozialen Netzwerken sehr personalintensiv, «oft fehlt es einfach an Leuten, die hier aktuell dran sind», räumte der Volkskundler ein. Denn: Ein nicht gepflegter Account oder ein Blog mit uralten Einträgen ist eher peinlich denn interessant. Und vor allem in Netzwerken wie Twitter oder Facebook komme es ja darauf an, dass schnell reagiert wird, ergänzte Martini.
Es gebe in der deutschen Museumslandschaft aber auch Beispiele, wo das Zusammenspiel mit dem Web 2.0 bereits hervorragend funktioniere. Das Frankfurter Museum für Kommunikation beispielsweise habe eine Ausstellung über das Tagebuch mit einem Weblog begleitet, auf der Internetseite des Frankfurter Städel Museums könne man sich seine eigene virtuelle Galerie zusammenklicken.
Gespräch: Kathrin Zeilmann, dpa
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