| Ruhr.2010 startet Gasballons als «Schachtzeichen» im Revier |
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| Freitag, 21. Mai 2010 um 07:21 Uhr | ||
Gelsenkirchen (dpa/lnw) - Über einstigen Bergwerken des Ruhrgebiets startet die Kulturhauptstadt an diesem Samstag (22.5.) 311 gelbe Gasballons. Zehn Tage lang sollen die «Schachtzeichen» in bis zu 80 Metern am Himmel stehen und - aus der Höhe fotografiert - beeindruckende Bilder der zum Teil längst verschwundenen Bergbautradition im Revier liefern. Ruhr.2010-Chef Fritz Pleitgen erwartet «eine der größten Flächenskulpturen» aller Zeiten mit «Bildern, die um die Welt gehen», wie er am Donnerstag in Gelsenkirchen sagte.
Zugleich hofft der Ideengeber und Gelsenkirchener Kulturamtsleiter Volker Bandelow auf ein «soziales Kunstwerk» ähnlich wie bei den Verhüllungsprojekten der Christos: 5000 Helfer wirken an «Schachtzeichen» mit, beaufsichtigen die Ballone bis zum 30. Mai und haben zugleich ein Kulturprogramm vorbereitet, das sich mit der Geschichte der Standorte befasst. Die täglich zehnstündige Zusammenarbeit (je von 10.00 bis 20.00 Uhr) soll Nachbarn, Vereins-, Firmen- oder Gemeindemitglieder an den Ballonstandorten zusammenbringen und zum Nachdenken über ihre Heimat motivieren.
Die Kulturhauptstadt rechnet mit zehntausenden Schaulustigen an den Ballonstandorten und an bekannten Aussichtspunkten des Ruhrgebiets etwa auf Bergbauhalden oder dem Oberhausener Gasometer. Teil des Projekts war auch die aufwendige Recherche der genauen Lage von Zechen, die zum Teil seit vielen Jahren geschlossen und längst zurückgebaut sind. Über vielen einstigen Schächten liegen heute Schulen, Einkaufszentren oder in einem Fall die Autobahn A 40, berichtete Bandelow in Gelsenkirchen.
Für die Umsetzung des Projekts mussten erhebliche technische und bürokratische Hürden überwunden werden. Viele der 2000 Helfer, die direkt an den Ballons aus PVC mit 3,70 Meter Durchmesser arbeiten, mussten geschult werden. Immerhin geht es um Flugkörper, die mit Gas in bis zu 80 Meter Höhe hochgelassen werden. Das Heliumgas für die Ballons hat die Firma Air Liquide gesponsort. Mit 155 «Ballonpatenschaften» zu je 5000 Euro haben viele Bewohner des Ruhrgebiets das rund 1,5 Millionen Euro teure Projekt unterstützt.
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