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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Werther-Fan beschenkt Museum Von Carolin Eckenfels, dpa PDF Drucken E-Mail
Freitag, 21. Mai 2010 um 07:21 Uhr

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Wetzlar (dpa/lhe) - Die Leidenschaft eines jungen Sammlers für Goethes Werther hat Wetzlars Museen neue Ausstellungsstücke beschert. Die Stadt nahm am Donnerstag Raritäten rund um den 1774 veröffentlichten Sturm-und-Drang-Roman «Die Leiden des jungen Werthers» entgegen, die Sebastian Schäfer in den vergangenen Jahren zusammengetragen hat. Die Exponate, darunter internationale Erstausgaben und wertvolle Kupferstiche, ergänzen künftig als Dauerleihgabe die Werther-Sammlung der mittelhessischen Stadt.

 

«Ich bin der Meinung, dass solche Stücke in Wetzlar zu sehen sein sollten, weil sich das Vorbild für die Literatur hier abgespielt hat», erklärt der 27-jährige Sammler aus Siegen. Im vergangenen Jahr unterbreitete der Promotionsstudent Wetzlar sein Angebot. Angesichts leerer Kassen «kam das für uns wie gerufen», sagt Anja Eichler, Leiterin der Wetzlarer Museen. «Ein Glücksfall war für uns auch die Vielfalt und Bandbreite der Sammlung, die eine gute Ergänzung zu unserer eigenen darstellt.»

 

Wetzlar leistet sich eine Werther-Sammlung, weil Johann Wolfgang von Goethe eigene Erlebnisse in der Stadt in seinem berühmten Roman verarbeitete. «Die Leiden des jungen Werthers» wurde schon kurz nach dem Erscheinen ein Bestseller, spaltete aber auch die Leserschaft. Es begann ein regelrechter Kult um den Romanhelden - inklusive Meißner-Porzellan mit Motiven aus dem Buch über den unglücklich verliebten Werther, der am Ende Selbstmord begeht.

 

Im sogenannten Lottehaus präsentiert Wetzlar seine Sammlung. Gezeigt werden unter anderem internationale Ausgaben des 18. bis 20. Jahrhunderts sowie Druckgrafiken und Gemälde. Zu den neuen Schätzen gehört die erste französische Übersetzung von «Les passions du Werther» aus dem Jahre 1776, eine seltene Ausgabe aus Italien um 1800 oder eine amerikanische von 1820. Raritäten sind eine jiddische Veröffentlichung von 1911 sowie eine Porzellan-Tasse mit einem Werther-Motiv, die Ende des 18. Jahrhunderts in China hergestellt wurde. Dieses Stück sei außergewöhnlich, weil bislang nur Werther-Porzellan aus Meißen bekannt sei, betont Anja Eichler.

 

Das Lottehaus ist nach Charlotte Kestner, geborene Buff, benannt. In sie war der junge Goethe verliebt und sie inspirierte ihn zur Figur der Lotte in seinem Roman. Der Dichter lernte Charlotte während der Sommermonate 1772 kennen, als er in Wetzlar am Reichskammergericht ein Praktikum absolvierte. Auch eine weitere Begebenheit in der Stadt fand Eingang in seinem Werk: Der Selbstmord Karl Wilhelm Jerusalems, der sich 1772 aus Liebeskummer erschoss.

 

Sebastian Schäfer entdeckte als Schüler seine Leidenschaft für Werther. 2001 besuchte er mit seinem Deutsch-Leistungskurs das Lottehaus. Zwei Jahre später erwarb er seine erste historische Ausgabe. «Es ist aber nicht so, dass ich der große Goethe-Fan bin», sagt Schäfer. In erster Linie gehe es ihm um Werther. Dabei war sein erster Kontakt mit ihm alles andere als gut. Als das Werk in der Schule auf dem Lehrplan stand, fand er es «nicht so toll». Beim zweiten Durchlesen aber kurz vor dem Abitur sei der Funken auf ihn übergesprungen.

 

 

www.wetzlar.de

 



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