| Heidelberg zeigt die «Perfekte Ausstellung» Von Luisa Meisel, dpa |
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| Dienstag, 25. Mai 2010 um 06:32 Uhr | ||
Heidelberg (dpa/lsw) Der Russe Valery Koshlyakov ist der «perfekte» Künstler - jedenfalls wenn man das Ranking der Künstlerdatenbank artfacts.net zugrunde legt. Alter, Geschlecht und Nationalität erfüllen alle Kriterien, um einen stabilen Rang in der 250 000 Namen umfassenden Datenbank zu belegen. Doch wie aussagekräftig sind derartige Einstufungen wirklich? Dieser Frage geht der Heidelberg Kunstverein in der «Perfekten Ausstellung» nach.
«Wir wollen mit unserem Konzept eine Diskussion entfachen» sagte der Direktor des Kunstvereins, Johan Holten, anlässlich der Eröffnung der Austellung am Freitag. In der Ausstellung sollen Bewertungssysteme für den Kunstmarkt ad absurdum geführt werden. «In Ranglisten im Internet werden angeblich objektiv die Künstler eingestuft was aber nichts über ihre Qualität aussagt», sagte Holten.
Acht Künstler haben die Ausstellungsmacher aus artfacts.net ausgewählt. Künstler, die nach ihren Daten - wie Alter, Geschlecht und Anzahl der Ausstellungen - einen Querschnitt durch die Rangliste bilden. Präsentiert werden höchst unterschiedlichen Werke, die zeigen, dass Kunst letztlich im Auge des Betrachters liegt.
Neben den zarten Nylonplastiken der italienischen Künstlerin Carla Mattii, sind raumgreifende Installationen Werner Feiersingers zu sehen. Damit kontrastiert eine Kollage aus zwölf tiefrot gestrichenen Wandplatten des schwedischen Künstlers Carl Michael von Hausswolff. Koshlyakov kombiniert eine Imitation des Popart-Künstlers Roy Lichtenstein mit einer grell-bunten Aphrodite und einem in Plastiktüten verpackten Objekt zu einer originellen Installation. Die Fotografin Maria Sewcz präsentiert Detailaufnahmen aus Ostberlin.
Datenbanken wie artfacts.net erstellen Ranglisten der Künstler nach einem Punktesystem. Neben Alter, Geschlecht und Nationalität spielt auch die Zahl der Ausstellungen eine Rolle, die ein Künstler vorzuweisen hat. «Wir haben monatelang versucht herauszufinden, wie genau die Punkte vergeben werden», sagt Holten. «Eine Ausstellung in einem Wohnzimmer kann nicht ebenso viele Punkte wie eine im Louvre bekommen. Wir sind aber nicht dahinter gestiegen. Das System ist völlig undurchsichtig».
In einem zweiten Teil der Ausstellung werden Werke gezeigt, die sich kritisch mit der Kommerzialisierung der Kunst auseinandersetzen. Die Videoinstallation Christian Jankowskis zeigt beispielsweise eine inszenierte TV-Sendung, in der Kunstwerke als Ramsch-Ware feilgeboten werden. Die «Perfekte Ausstellung» ist bis zum 22. August im Heidelberger Kunstverein zu sehen.
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