| Düsseldorfer Institut soll Medienkunst retten |
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| Donnerstag, 27. Mai 2010 um 06:41 Uhr | ||
Düsseldorf (dpa/lnw) - Nicht nur an Büchern oder Bildern nagt der Zahn der Zeit: Auch Videos in Sammlungen und Museen sind in bisher unbekanntem Ausmaß vom Verfall bedroht. Für die Rettung und Konservierung von Medienkunst soll das Düsseldorfer inter media art institute (imai) zur landesweiten «Netzwerkzentrale und Beratungsstelle» werden, kündigte am Mittwoch NRW- Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff an. Zunächst bis Ende 2011 will das Land hierfür 90 000 Euro geben.
Die imai-Experten sollen unter anderem zunächst ermitteln, wie viele Video-Arbeiten teils international bedeutender Künstler durch Materialverfall oder Geräte-Alterung bedroht sind. Dann stehe den interessierten Museen im Düsseldorfer imai gebündeltes Fachwissen zu allen konservatorischen, rechtlichen und technischen Fragen zur Verfügung, sagte der Kulturstaatssekretär: «In den Museen fehlen oft diese unmittelbaren Kompetenzen.»
«Weltweit haben Kunstwerke mit diesen Schwierigkeiten zu kämpfen», erklärte imai-Leiterin Renate Buschmann, die mit ihren Experten dem «rasanten Verfall» dieser in den 60er Jahren aus Happening und Fluxus-Bewegung entstandenen neuen Kunstgattung begegnen will. So sollen zunächst analoge Videos auf neue digitale Datenträger überspielt werden. Da Museen an Rhein und Ruhr schon sehr früh Video- Kunst etwa von Nam June Paik, Ulrike Rosenbach oder Klaus vom Bruch gesammelt hätten, stelle sich hier das Thema der Erhaltung besonders dringlich.
Oft fänden sich identische Werke von Video-Künstlern in den Museen. Hier sei dann eine Abstimmung bei der aufwendigen Konservierung notwendig, sagte die Expertin, deren Institut über seine Internetseite rund 1300 audiovisuelle Werke online abspielbar bereit hält. Aber schon heute müsse man beim Erhalt der Medienkunst schon die technischen Entwicklungen von morgen und übermorgen im Blick haben, erklärte Buschmann. Das 2006 auf Initiative der Stadt und einer Kölner Medienagentur gegründetet Düsseldorfer Institut besitzt eine Sammlung von rund 3200 Werken von über 240 Video- Künstlern.
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