| FKK an der Museumswand - Nude Visions in Wuppertal |
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| Samstag, 29. Mai 2010 um 06:46 Uhr | ||
Wuppertal (dpa/lnw) - Nackte Tatsachen im Museum: Zu einer Wanderung durch die lange Kulturgeschichte der Aktfotografie und - Malerei lädt das Wuppertaler Von der Heydt Museum. Unter dem Titel «Nude Vision» sind vom 1. Juni bis zum 15. August rund 190 Körperbilder aus den vergangenen 150 Jahren zu sehen, die den sich stets wandelnden Blick auf den nackten Menschen illustrieren.
Die aus der Sammlung des Münchner Stadtmuseums stammende Schau, die bereits auch in Hamburg zu sehen war, erhält in Wuppertal eine reizvolles eigenes Kapitel. Gemälde und Skulpturen aus Museumsbesitz ergänzen die seit dem 19. Jahrhundert entstandenen Aktfotos. Ob als «Liegender Akt» Paul Cezannes, als Aktstudie von Degas, ob als Giacometti oder Picasso: Sie fügen dem naturgemäß überwiegend am «Realismus» orientierten fotografischen Bilderreigen eine tiefere künstlerische Dimension hinzu.
So beginnt der Rundgang mit Beispielen «akademischer» Nacktheit, die sich in frühen Fotografien ganz am Skulpturen-Vorbild der Antike orientiert. Auch exotisch-orientalische Motive waren zu Opas Zeiten willkommener Vorwand für den ungestraften Blick auf weibliche Reiz. Die aufkommende «Freikörperkultur» zu Beginn des 20. Jahrhunderts feiert auch fotografisch den nackten Körper in seiner Natürlichkeit; im Umfeld der Neuen Sachlichkeit wird der Körper optisch verfremdet, kontrastreich ausgeleuchtet und damit optisch in Fragmente «zerlegt».
Ganz im Kontrast dazu stehen die ab 1940 aufkommenden Pin-Ups, die eine ganz unmittelbare männliche Schaulust befriedigen wollen: Die nackte Marilyn Monroe, die ihren makellos-jugendlichen Körper nur spielerisch mit einem transparentem Schal «verhüllt», gehört hier zu den subtilsten Beispielen des Genres «Glamour-Akt».
www.nude-visions-ausstellung.de
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