| Altonaner Museum droht Schließung |
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| Samstag, 29. Mai 2010 um 06:46 Uhr | ||
Hamburg (dpa/lno) - Kurz nach dem Wirbel um die Schließung der Galerie der Gegenwart in Hamburg sorgt ein weiteres Museum für Schlagzeilen. Das Altonaer Museum muss laut «Hamburger Abendblatt» mit großer Wahrscheinlichkeit von Oktober an für mindestens zweieinhalb Jahre schließen. Grund dafür seien Brandschutzmaßnahmen, die der städtische Gebäudebesitzer für notwendig hält. Bei der Galerie der Gegenwart wurde dies ebenfalls offiziell als Grund angegeben, Kunsthallen-Direktor Hubertus Gaßner machte dagegen Sparzwänge verantwortlich. Auch der Direktor des Altonaer Museums Torkild Hinrichsen sagte: «Wenn man gemein denkt, und manchmal muss man gemein denken, könnte man auf den Gedanken kommen, dass die Brandschutzertüchtigung nicht zufällig gerade jetzt auf uns zukommt.»
Hinrichsen befürchtet, dass die bevorstehende Schließung das endgültige Aus für das 1901 eröffnete Museum bedeuten könnte. «Auch wenn das nicht beabsichtigt wäre, würden wir unser Stammpublikum verlieren», sagte er in dem am Donnerstag erschienen Bericht. «Sicher würden auch viele Freunde des Museums unserem Förderverein den Rücken kehren und drittens ist gar nicht vorstellbar, wie wir nach den Brandschutzmaßnahmen zum Beispiel die historischen Bauernstuben und die Großvitrinen wieder einbauen sollen. Dafür gibt es weder Personal noch Geld.» Der Direktor drohte: Er müsse in «nicht allzu ferner Zeit» seine Verantwortung an die Kulturbehörde zurückgeben, «weil das Haus nicht mehr den Bedingungen eines funktionsfähigen Museums entspricht».
Als «Bankrotterklärung der Hamburger Museumspolitik» kritisierte SPD-Kulturexpertin Christel Oldenburg die Nachricht aus Altona. Während noch über die Schließung der Galerie der Gegenwart wegen angeblich fehlerhafter Brandschutzklappen diskutiert werde, sei der Betrieb eines weiteren Hamburger Museums gefährdet. Noch in der Sitzung des Kulturausschusses am Dienstag habe Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) erklärt, dass die Schließung eines Museums nicht infrage komme. Nur zwei Tage später zeige sich, dass diese Aussage nichts wert gewesen sei, sagte Oldenburg und forderte: «Das Altonaer Museum darf nicht das erste Opfer von Sparmaßnahmen sein.»
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