| Prominente Gegenwartskünstler sehen die Natur |
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| Samstag, 29. Mai 2010 um 06:46 Uhr | ||
Neuss (dpa/lnw) - Die Natur gesehen mit den Augen bedeutender Künstler der Gegenwart: «An die Natur» heißt die Ausstellung, die von Sonntag an (bis 5. September) in der Langen Foundation nahe Neuss präsentiert wird. Die rund 60 Gemälde, Fotografien, Zeichnungen und Skulpturen stammen von Künstlern wie Georg Baselitz, Anselm Kiefer, Alex Katz oder Karin Kneffel. Der Blick der höchst unterschiedlichen Künstler reicht von der Nahsicht auf Pflanzen, Blumen oder Tiere bis zum fernen Blick auf weite Horizonte. Die ausgestellten Kunstwerke sind Leihgaben der Altana-Kulturstiftung in Bad Homburg, die rund ein Zehntel ihres Besitzes auf Reisen geschickt hat.
Zwischen romantischer Paradies-Ahnung und dem Schrecken vor den unkontrollierbaren Naturgewalten bewegt sich die künstlerische Anschauung. Eine Sonderstellung nimmt Georg Baselitz ein, der seinen großen, in derben blau-roten Pinselstrichen geschilderten «Teichrohrsänger» (1972) auf den Kopf stellt, um so mit dem Naturmotiv als bloßem Experimentierfeld eine möglichst hohe Abstraktion zu erreichen. Robert Longos riesige Kohlezeichnung einer gewaltigen Meeres-Woge, ansonsten eher Tummelplatz selbstverliebter Surfer, lässt trotz höchster Ästhetik den Schrecken der schwarzen Wasser-Wucht spüren. Und selbst die «Äpfel» der Malerin Karin Kneffel verbreiten gelinden Horror: Reizen die hyperrealistischen roten Früchte auf ihrem 5,40 hohen Gemälde zunächst zum Hineinbeißen, scheinen sie bei näherem Hinsehen den Betrachter eher erschlagen zu wollen.
Ganz der Idylle hingegeben sind zwei so unterschiedliche Positionen wie der verträumte Teich «Lake Light» (1992) des US-Popart-Pioniers Alex Katz (83) und des Fotografen Axel Hütte: Die großformatigen Wasser-Landschaften des Becher-Schülers («Elfenweiher»/2004) erscheinen als moderne Nachfolger der Seerosen-Kompositionen Monets.
Bewusste Verwirrung des Blicks stiftet «Malerfürst» Markus Lüpertz, dessen herbstbunte Hochformate «Vesper» (2002) den Wald als ein undurchdringliches Dickicht darstellen. Gotthard Graubners «Kissenbild, gelb» von 1988/90 scheint in den Ausstellungsräumen des japanischen Architekten-Stars Tadao Ando die Sonne aufgehen zu lassen - und reizt mit seiner optisch «atmenden» Oberfläche zu sanftem Streicheln.
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