| Kulturzentrum «Dortmunder U» eröffnet |
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| Samstag, 29. Mai 2010 um 06:46 Uhr | ||
Dortmund (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalen ist um ein spektakuläres Kulturzentrum reicher: In Dortmund wurde am Freitagabend das Hauptgebäude der lange Zeit größten Brauerei Deutschlands als «Zentrum für Kunst und Kreativität» wiedereröffnet worden. Wegen vier großer Leuchtbuchstaben auf dem Dach wird der 67 Meter hohe Backsteinbau unweit des Hauptbahnhofs «Dortmunder U» genannt. Der 50 Millionen Euro teure Umbau des Gebäudes ist eines der herausragenden Projekte im Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010.
Nutzer werden unter anderem ein Kunstmuseum, die Dortmunder Hochschulen, ein Medienkunstverein und ein Zentrum für Kreativwirtschaft. Auf einer eigenen Etage sollen sich junge Menschen mit digitalen Medien künstlerisch auseinandersetzen. Eröffnet wurden zunächst die ersten drei Obergeschosse. Vier Ausstellungen sind zu sehen. Bis zum 8. Oktober, dem Tag der Gesamteröffnung, sollen die weiteren Etagen schrittweise eingerichtet werden. Das frühere Gär- und Lagerhaus der «Dortmunder Union»-Brauerei aus dem Jahr 1927 wurde über zwei Jahre lang nach Plänen des Dortmunder Architekturbüros Gerber umgebaut.
Das Dortmunder U soll gleichzeitig selbst Kunstobjekt sein. Der Dortmunder Filmkünstler Adolf Winkelmann («Contergan») hat für das denkmalgeschützte Gebäude eine dauerhafte Installation aus drei Teilen geschaffen, die er mit «Die Reise ins U» überschreibt. Von außen weithin sichtbar ist seine riesige «Bilderuhr» in der Dachkonstruktion auf einer Höhe von rund 50 Metern. Sie wurde am Freitag ebenfalls in Gang gesetzt.
Auf 56 transparenten Leuchtdioden-Matten, die teilweise über 18 Quadratmeter groß sind, zeigt der 64-Jährige dabei Filmaufnahmen. Zu sehen sind etwa Tauben, schäumendes Bier oder Aufnahmen aus einem Waren-Großlager. Die Filme sollen jede Stunde für einige Minuten zu sehen sein, am Abend soll es dann ein rund 15-minütiges «Hauptprogramm» geben. Im Foyer präsentiert Winkelmann in Filmsequenzen seine Sicht des Ruhrgebiets. Für die «Vertikale», das rund 40 Meter hohe, offene Treppenhaus, produzierte Winkelmann kurze Szenen mit Schauspielern wie Dietmar Bär, Peter Lohmeyer oder Katharina Wackernagel.
NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) bezeichnete die Kreativwirtschaft als einen der großen Wachstumsmotoren im 21. Jahrhundert. Die Metropole Ruhr sei längst zu einem europäischen Kreativraum geworden, der weltweit größte Beachtung und Anerkennung finde, sagte er laut einer Mitteilung. Ruhr.2010-Chef Fritz Pleitgen nannte das Dortmunder U ein «Symbol für Kraft und Zuversicht».
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