| «Junge Kulturhauptstadt»: Kultur ist cool Von Caroline Uschmann, dpa |
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| Montag, 31. Mai 2010 um 06:35 Uhr | ||
Dortmund/Essen (dpa/lnw) - Kultur soll nicht nur bilden, sondern auch Spaß machen. Und die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 will nicht nur erfahrenen Theatergängern das Ruhrgebiet nahebringen, sondern auch Jugendliche begeistern - etwa mit Festivals, Rockkonzerten und Poetry Slam. Um «alle, die Kultur nicht beeindruckend finden. Sondern cool!» wirbt die «Junge Kulturhauptstadt».
«Wir wollen Kultur in diesem Jahr von den etablierten Plätzen lösen», erklärt Friederike Zenk, Koordinatorin der Jugendprojekte bei Ruhr.2010, die Motivation des eigenen Teilbereichs im Programm. Damit geht es in 100 speziellen Projekten von der Oper in den Jugendtreff, vom Theater in den Skatepark. Zwar finden sich in der eigenen jungen Rubrik der Internetseite von Ruhr.2010 genauso auch die altbekannten Orte - dann aber mit einem ganz eigenen Programm. «Im Sommer beginnt gerade für Jugendliche die heiße Phase», kündigt Clemens Baier von Ruhr.2010 an. «Die Saison der Open Air-Konzerte und Straßenfeste.»
«Jeglicher öffentlicher Raum ist bei der Jungen Kulturhauptstadt besetzt», sagt Zenk. Als erstes weist sie auf die Großprojekte hin, die sich über mehrere Monate erstrecken. Eins der Highlights für Jugendliche ist etwa «Next Generation». In Zukunftswerkstätten in Duisburg, Bochum, Essen und Herne erfinden sie ihre Stadt neu. Sie erzählen von ihrem Stadtteil, drehen Filme, spielen Theater, gründen eine Band oder bauen einfach den Platz vor ihrer Haustür um. Sie diskutieren miteinander über das, was sie verbindet und das, was sie trennt. Im Herbst bringen die Jugendlichen ihre gesammelten Ideen auf die Bühne des Schauspielhauses Bochum. Zunächst steigt am 12. Juni aber das große Next Generation-Zukunftsfest in Essen mit Theater, Musik und ersten Präsentationen.
Streetart bedeutet heute Kunst im öffentlichen Raum. Künstler zeigen mit Pinsel, Spraydose oder Plakat ihre kritische Sicht der Gesellschaft. Die Veranstaltungsreihe «concrete playground» präsentiert noch bis September in Dortmund, Bochum und Essen Streetart und Streetwear. Zentrale Akteure der Szene zeigen in Live- Präsentationen, Diskussionsveranstaltungen und Workshops, wie sie leben, denken und arbeiten. Vom 28. September bis zum 3. Oktober finden die Weltmeisterschaften im Streetdance in Bochum statt.
«Die Junge Kulturhauptstadt lebt vom Engagement der jungen Leute», sagt Zenk. Zwei Veranstaltungen liegen ihr deshalb ganz besonders am Herzen. «Vom 3. auf den 4. Juli gehören die Städte des Ruhrgebiets komplett den Kids.» Bei der «Nacht der Jugendkultur» bestimmen sie in über 130 Veranstaltungen, was in Kunstschulen gemalt oder komponiert werden soll, was in Theatern über die Bühne geht, welche Filme im OpenAir-Kino flimmern. Auch Museen, Parks, Bürgerhäuser, Medienwerkstätten und Industrieanlagen stehen weit offen.
Und bei soviel neu entdecktem Spaß an der Kultur darf der Lohn nicht fehlen, meint Friederike Zenk. Beim See You - Jugendkulturpreisfestival zwischen dem 16. und 19. September zeigen die Akteure in Dortmund, was sie auf der Bühne, hinter der Kamera oder vor einer (noch) weißen Wand können. Der Jugendkulturpreis NRW zeichnet die landesweit herausragenden Aktivitäten aus, ein «RUHR.2010-Award» ist für spezielle Projekte im Kulturhauptstadtjahr bestimmt.
Um echtes Können geht es auch bei einer Jugendorchesterakademie Ende Oktober in Witten, bei Europas größtem Poetry Slam Festival Bochum, Duisburg, Essen und Oberhausen und bei einer Internetoper. Junge Kultur überwindet Grenzen: Die klassische Geige und die am PC geschriebene Arie gehören genauso zur Kulturhauptstadt wie der Poetry Slam. Hier tragen Autoren ihre Texte mit zeitlicher Begrenzung vor einem Publikum vor. Stilistisch gibt es keine Einschränkungen - von humorvollen Kurzgeschichten über Hip Hop bis hin zu gesellschaftskritischer Lyrik ist alles erlaubt.
www.ruhr2010.de/junge-kulturhauptstadt
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