| Im Schatten des Meisters: Neo Rauchs Schüler Von Sophia-Caroline Kosel, dpa |
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| Montag, 31. Mai 2010 um 06:35 Uhr | ||
Aschersleben/Leipzig (dpa) - «Es gibt hier Fabelhaftes zu sehen!», schwärmt der Maler Neo Rauch (50) über die Schau seiner Meisterschüler. Seit Sonntag ist die Schau «Von Vorn» mit 80 Werken von 17 Rauch-Schülern auf dem Areal der Landesgartenschau in Aschersleben zu sehen. «Ich bin froh, dass meine augenblicklichen und ehemaligen Meisterschüler sich enthusiasmieren lassen haben, mir hierher zu folgen; in die kleine Stadt am Harz, mit der mich vieles verbindet», sagt Rauch am Samstag bei einer Vorbesichtigung. In der Kleinstadt in Sachsen-Anhalt wuchs Rauch, bekanntester Vertreter des Malereistils «Neue Leipziger Schule», bei seinen Großeltern auf. Seine Eltern waren kurz nach seiner Geburt ums Leben gekommen.
Schüchtern stehen die jungen Künstler einen Tag vor der Eröffnung der Gemeinschafts-Präsentation vor ihren Werken und ringen um Worte. Eine Malerin rennt sogar vor den Mikrofonen der Journalisten weg. Etliche wirken unsicher im Schatten ihres weltberühmten Lehrers, der zwar unlängst seine Professur an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig abgegeben hatte, doch noch immer Meisterschüler betreut.
«Er ist ein sensibler Typ und hat Präsenz, wenn er das Atelier betritt», sagt der 30 Jahre alte Stefan Guggisberg über seinen «Meister», dessen Werke zu mehreren hunderttausend Euro verkauft werden. Die persönliche Betreuung sei unkompliziert: «Man ruft ihn an und sagt "Ich bin soweit, komm mal"», beschreibt Guggisberg. Er malt nicht wie seine Kommilitonen und sein Lehrer auf Leinwand, sondern auf großformatigem Papier.
Die große Scheu vor der Presse haben die 17 jungen Künstler mit ihrem Professor gemein und auch die Lust an konkreter Malerei - aber stilistisch heben sie sich überwiegend deutlich von ihm ab. Kleine Comics auf Leinwand zählen ebenso zum Repertoire wie großformatige Alltags-Darstellungen oder witzige Mini-Bildchen von Mensch und Tier mit bunten Rahmen. Das verbindende Element des Schaffens seiner Schüler sei die durchweg hohe malerische Qualität, sagt Rauch, der einst in Leipzig Meisterschüler bei Bernhard Heisig war.
«Man muss versuchen, sich seine Maßstäbe selbst zu setzen, seinen eigenen Weg zu finden», sagt Friederike Jokisch, die sich auf Landschaftsgemälde spezialisiert hat, die aber teils ebenso düster sind wie viele Werke Rauchs. «Ich würde einen Einfluss von ihm nicht abstreiten», meint Tino Geiss, auf dessen Werken klar strukturierte Innenräume zu sehen sind. Bis zum 10. Oktober ist die Schau zu sehen.
Tags: rauch meistersch
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