| Versteckte Botschaften bei Meister-Schau in Emden |
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| Freitag, 07. Mai 2010 um 06:49 Uhr | ||
Emden (dpa/lni) - Beeindruckende Details, komplizierte Perspektiven und täuschend echte Spiegelungen sind jetzt im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden zu sehen. «Schein oder Wirklichkeit? Realismus in der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts» heißt die neue Ausstellung, die am Sonntag (9.) öffnet.
Gezeigt werden 120 Werke, darunter 80 Gemälde von Malern wie Jan Steen, Willem Kalf oder Samuel van Hoogstraten. Die Niederländer setzten mit technisch und ästhetisch meisterhaften Werken neue Kunstmaßstäbe, sagte Kuratorin Annette Kanzenbach am Donnerstag in Emden. «Sie gelten als Wegbereiter des modernen Realismus.»
«Spazierengehen mit den Augen» können Besucher nach Angaben von Kanzenbach in der Schau, die bis zum 12. September läuft. Die Werke zeigen Landschaften, Alltagsdarstellungen, Interieurs und Stillleben mit präzisen Details und exakt wiedergegebenen Materialien. «Viele Gemälde wirken wie Fotos, aber sie sind immer durchkomponiert und konstruiert», sagte die Kuratorin.
Bei näherem Hinsehen werden in symbolischer Bildsprache versteckte Botschaften zu Themen wie Tugend und Laster sichtbar. Der harmlos anmutende «Besuch des Arztes» von Hoogstrat stellt zum Beispiel eine kleine Geschichte dar: Verrät die Urinprobe der Schwangeren auch ihrem Ehemann, ob er wirklich der Vater des Kindes ist?
Damit Kunst auch Spaß macht, können sich Besucher einzelne Themen bei einem interaktiven Begleitprogramm erschließen. Unter anderem können sie Stillleben nachstellen oder eine Camera obscura von innen besichtigen.
Die neue Schau ist eine der drei Hauptausstellungen der Kultur-Veranstaltungsreihe «Abenteuer Wirklichkeit», die in diesem Jahr Ostfriesland beherrscht. Zur Eröffnung am Sonntag erwartet das Landesmuseum die neue niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Johanna Wanka (CDU).
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