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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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«Der dritte Mann» - Das Künstlertrio Schlemmer, Baumeister, Krause Von Gerd Korinthenberg, dpa PDF Drucken E-Mail
Freitag, 07. Mai 2010 um 06:49 Uhr

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Wuppertal (dpa/lnw) - Bauhausmeister Oskar Schlemmer und der Stuttgarter Maler Willi Baumeister haben längst den Olymp deutscher Kunstgeschichte erklommen. Um die beiden als «entartet» diffamierten Künstler vor der Verfolgung durch die NS-Machthaber zu schützen, beschäftigte der Wuppertaler Lackfabrikant Kurt Herberts sie seit 1937 in seinem «Institut für Malstoffkunde». Den nahezu vergessenen Künstler und Architekten Franz Krause (1879-1979) als Dritten im Bunde «entdeckt» das Wuppertaler Von der Heydt Museum jetzt neu.

 

Mit etwa 200 Zeichnungen, Aquarellen, Modellen und Kleinskulpturen - teils Leihgaben des Kunstmuseums Stuttgart - würdigt die Schau «Der dritte Mann» vom 11. Mai bis zum 25. Juli das fantasievolle und facettenreiche Schaffen Krauses.

 

Spielerische Leichtigkeit, aber auch schöpferischer Ernst und brodelnde Experimentierlust, die Krause als der Jüngere in die Arbeit des Trios einbrachte, sprechen aus den durchweg kleinformatigen Arbeiten des fast Vergessenen. Vor dem Dialog mit den Werken Baumeisters und Schlemmers brauchen sich die abstrakten, mal mit Spachtel, mal mit Pinsel oder Spritzdüse geschaffenen Kreationen nicht zu fürchten. Bisweilen erinnern sie an asiatische Tuschzeichnungen aus dem Geiste des Zen, mal an surreale Traum- Landschaften in der Nähe des späten Max Ernst oder an die gelegentlichen Farb-Schlieren der Experimente Gerhard Richters.

 

Alles scheint bei Krause optisch fließend, aus körperlicher und gedanklicher Bewegung entstanden zu sein und dabei die heute neu gefeierte gestische Malweise informeller Kunst vorwegzunehmen. «Sie haben in der Laborsituation einiges gefunden, was hinterher in der Nachkriegskunst wieder auftaucht», beschreibt Ausstellungskuratorin Carmen Klement die bis 1942 währende Arbeit des Trios in Wuppertal. Nie gezeigte Auftragsarbeiten Schlemmers der 40er Jahre für Kalenderblätter und antikisierende Wandvertäfelungen gehören zu den weiteren Überraschungen der Ausstellung.

 

«Gefügige Konturen» wünschte sich der anthroposophisch angehauchte Krause nicht nur für seine Architekturen, wie es etwa in dem vom prominenten Bildhauer Tony Cragg als Ausstellungsort genutzten Wuppertaler Haus Waldfrieden zu sehen ist. Für eine in melodiöser Reihung präsentierte Folge kleiner konkav-konvexer Styropor- Skulpturen scheinen Wirbelknochen seltsamer Tiere Pate gestanden zu haben. Und organisch geschwungen kommt selbst ein simples hölzernes Nähkästchen (1937) nach dem Entwurf Krauses daher, das in der Museumsvitrine zu späten Ausstellungsehren gefunden hat.

 



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