| Museum zeigt Kindesmissbrauch in fiktiven Szenen |
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| Freitag, 07. Mai 2010 um 06:49 Uhr | ||
Karlsruhe (dpa/lsw) - Der Titel ist trügerisch, die neue Ausstellung im Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) schockierend: «alles wird gut» nennt die Künstlerin Katrin Jakobsen ihre Ansammlung von Fotografien und gebastelten Puppenhäusern, in denen sie fiktive Szenen von Kindesmissbrauch darstellt. Durch ein winziges Fenster lugt der Betrachter in die Stuben und wird zum Zeugen.
Jakobsen zeigt nicht die eigentliche Misshandlung und die sexuelle Gewalt, sondern sie stellt die Szene vor oder nach der Tat dar - die Umkleidekabine, das Kellerloch, das Kinderzimmer, in denen die Täter sich ausziehen oder die beschämten Jungen und Mädchen sich abwenden. Kurz nach dem Karlsruher Kinderschutzkongress ist die Ausstellung von diesem Samstag an zu sehen.
«Ich habe mit meinen Fingern gedacht und mit dem Kopf gefühlt», sagte die 51-jährige Künstlerin am Donnerstag. Der Betrachter solle gezwungen werden, sich die Szene genau anzusehen und ihre Folgen auszumalen. Das ZKM ist sich der Emotionen bewusst, die die rund 30 Werke schüren können: Kinder unter 16 Jahren dürfen Jakobsens Ausstellung nicht ohne ihre Eltern besuchen.
Neben den weichgezeichneten Fotos und den detailliert ausgeschmückten Kartonstuben zeigt das ZKM bis zum 25. Juli auch Videos, Installationen und eine Plakatwand, die auf die Aktionen Jakobsens im öffentlichen Raum verweisen. Auch in Karlsruhe will die Wahl-Französin Plakate mit den Fotos aufhängen, um aufzurütteln.
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