| «Königstraum und Massenware» ein voller Erfolg Gespräch: Manfred Präcklein, dpa |
|
|
|
| Dienstag, 02. November 2010 um 06:57 Uhr | ||
Über 1000 Exponate von mehr als 100 Leihgebern aus 17 Ländern: Die Ausstellung «Königstraum und Massenware» in Selb war die größte Porzellanausstellung aller Zeiten. Mehr als 85 000 Menschen haben die Schau gesehen. Am Dienstag geht sie zu Ende.
Selb (dpa/lby) - Die Jubiläumsausstellung «Königstraum und Massenware - 300 Jahre europäisches Porzellan» war nach Angaben der Verantwortlichen ein voller Erfolg. «Bis zum Ende an diesem Dienstagabend erwarten wir mehr als 85 000 Besucher», sagte der stellvertretende Direktor des Porzellanikons in Selb, Wolfgang Schilling, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Der unerwartet starke Besuch aus ganz Deutschland zeigt, dass das Interesse an Porzellan nach wie vor sehr groß ist.» Bei der größten Porzellan-Ausstellung aller Zeiten wurden in den vier Museen in Selb und Hohenberg an der Eger seit Ende April mehr als 1000 Exponate von rund 100 Leihgebern aus 17 Nationen gezeigt.
Mit der Schau sei es gelungen, die Entwicklung des «Weißen Goldes» seit Anfang des 18. Jahrhunderts in ihrer gesamten Vielfalt aufzuzeigen, sagte Schilling. «Das "Porzellan der Könige" ist zum Alltag für jeden Menschen und zum selbstverständlichen Bestandteil unserer Lebenskultur geworden.» Neben der einmaligen Sonderausstellung standen den Interessierten auch die Dauerausstellungen im Europäischen Industriemuseum für Porzellan, im Museum für technische Keramik sowie im Rosenthal-Museum offen.
Die Wiege des Porzellanikons, das Deutsche Porzellanmuseum in Hohenberg an der Eger, ist eigens für die Sonderschau «Königstraum und Massenware» komplett umgebaut worden. «Bis Weihnachten werden wir die ausgeliehenen Kostbarkeiten wieder zurückgeben», sagte Schilling. Vom 15. April 2011 an werde dort die Dauerstellung über die Geschichte des deutschen Porzellans in völlig neuem Ambiente und völlig neuer Gestaltung wieder zu sehen sein. In Selb sollen im kommenden Jahr die Ausstellungen «Kahla kreativ» und «Mythos Meissen. Europas erstes Porzellan» aus Gmunden in Österreich gezeigt werden. «Wir wollen natürlich auch die Kontakte zu namhaften Sammlungen und Museen in ganz Europa ausbauen, die unsere Sonderausstellung "Königstraum und Massenware" mit Leihgaben unterstützt haben», betonte Schilling. Weitere Schwerpunkte sollen in Zukunft moderne Porzellankunst und modernes Porzellandesign sein.
Zunehmende Probleme bereitet die finanzielle Ausstattung des Spezialmuseums. Die Mitglieder des Zweckverbands, der Landkreis Wunsiedel und die Städte Selb und Hohenberg an der Eger, könnten den Museumsbetrieb auf Dauer nicht aufrechterhalten, sagte Schilling. «Das Porzellanikon braucht eine neue Basis. Unsere Intention ist es, wie das Textilindustriemuseum in Augsburg zu einem staatlichen Museum zu werden», sagte Schilling. Hoffnung setzt das Museum auch auf die Ankündigung von Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU), das Museum an eine Hochschule anbinden zu wollen. «Dazu sind aber noch einige Gespräche nötig».
|
























































