| Apotheke mit Kunstgalerie in Merseburg Von Thomas Schöne, dpa |
|
|
|
| Donnerstag, 04. November 2010 um 07:00 Uhr | ||
Merseburg (dpa/sa) Es ist eine Apotheke und zugleich eine Kunstgalerie. Die Teich-Apotheke in Merseburg (Saalekreis) beherbergt die eigen-e-art Galerie mit selbstgemalten Ölbildern des Inhabers und Apothekers Gerd-Gunther Madry. «Ich male fast jede Woche und stets nur Freitagnacht», sagt der Hobbykünstler. Im Laufe seines Lebens hatte er immer wieder andere Techniken ausprobiert, ist aber schließlich bei der Ölmalerei geblieben.
Rund 80 Bilder entstehen im Jahr. Quellen seiner Inspiration sind zeitgeschichtliche Eindrücke. Dazu zählen der Fall der Berliner Mauer und der 11. September 2001, aber auch Menschen der Zeitgeschichte wie der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der frühere Gewandhauskapellmeister Kurt Masur. Hinzu kommen zahlreiche Landschaften und Naturszenen, welche Madry auf seinen Reisen mit Stift und Skizzenblock festhielt.
Seine Bilder besitzen schon eine sehr außergewöhnliche Qualität, sagt der Vorsitzende des Landesapothekerverbandes, Mathias Arnold. Dass Apotheker sich mit Kunst beschäftigen, habe eine lange Tradition, schließlich sei Carl Spitzweg (1808-1885) auch Apotheker gewesen.
Eigentlich wollte der heute 65-Jährige Kunst studieren. «Aber mein Vater riet mir, einen Beruf zu erlernen, es gebe kaum Maler, die von ihrer Kunst leben können.» Er sei dem väterlichen Ratschlag gefolgt und im Nachhinein sei das richtig gewesen, denn der Beruf verschaffe ihm Unabhängigkeit. «Ich verkaufe meine Bilder nicht und male, was ich möchte», sagt der Hobbykünstler.
Madry will mit seiner Kunst etwas bewirken und wirbt für soziale Zwecke. Dafür gibt er regelmäßig Kalender und Postkarten mit seinen Bildmotiven heraus. Beispielsweise kamen für das Leukämiezentrum der Universität Leipzig über 2600 Euro zusammen. Er halte es für überlegenswert, dass der Landesapothekerverband eine Madry- Ausstellung veranstaltet, meint Arnold. Aber zunächst sei für September 2011 eine Schau auf der Burg Querfurt geplant. Rund 60 Bilder werden zu sehen sein.
Mit Stift und Pinsel hantierte Madry seit frühester Kindheit. Die Begeisterung für die Kunst habe er von seinem Großvater geerbt. Als Autodidakt sieht er seinen Stil dem Expressionismus verwandt. Zu seinen künstlerischen Vorbildern zählen der Niederländer Vincent van Gogh (1853-1890) und die beiden englischen Maler John Constable (1776-1837) und William Turner (1775-1851).
Der promovierte Pharmazierat arbeitete nach dem Abitur zunächst im Serumwerk Bernburg, wurde dann Apothekenfacharbeiter und studierte anschließend Pharmazie. Im Jahr 1979 hatte er seine erste Ausstellung in Zeitz (Burgenlandkreis). Es folgten weitere, unter anderem in Naumburg, Halle und Berlin.
Was mit seinen Bilder mal werden soll, weiß Madry noch nicht. «Vielleicht werde ich sie in eine Stiftung einbringen», sagt er. Zunächst will er über das Rentenalter hinaus weiter arbeiten. «Ich bin sehr gerne Apotheker und denke noch nicht ans Aufhören.»
|
























































