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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Oswalds Onkel - Maler Helmut Kolle im Gunzenhauser Von Tino Moritz, dpa PDF Drucken E-Mail
Freitag, 05. November 2010 um 06:30 Uhr

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In Deutschland ist Helmut Kolle bislang kaum bekannt: Dabei gelang dem Maler zu Lebzeiten sogar der Durchbruch in Frankreich - als Deutscher, nach dem Ersten Weltkrieg. Nun zeigt Chemnitz die bislang größte Kolle-Retrospektive aller Zeiten.

 

Chemnitz (dpa) - An die Bekanntheit seines kürzlich verstorbenen Neffen Oswald wird Helmut Kolle (1899-1931) in Deutschland vermutlich nie heranreichen. Aber dass der Onkel des Sexualaufklärers außerhalb von Sammlerkreisen überhaupt wahrgenommen wird, dafür dürfte eine neue Ausstellung im Museum Gunzenhauser sorgen: Ab Sonntag zeigt Chemnitz die nach eigenen Angaben größte Helmut-Kolle-Ausstellung aller Zeiten. Bis zum 1. Mai 2011 sind unter dem Titel «Ein Deutscher in Paris» 89 Werke des Künstlers zu sehen, der gerade einmal 32 Jahre alt geworden ist.

 

Die meisten Ausstellungsstücke sind Gemälde. Dazu werden Aquarelle, Zeichnungen und auch Kolles Druckgrafik-Mappe präsentiert. Die Werke entstanden zwischen 1920 und 1931 und umfassen damit Kolles gesamte Schaffensperiode.

 

In Paris hatte sich Kolle, der Zeit seines Lebens gesundheitlich angeschlagen war, noch zu Lebzeiten etabliert. Das gelang damals kaum einem Deutschen: Max Beckmann etwa, hierzulande heute ungleich bekannter, sei zeitgleich gescheitert, sagt Kurator Thomas Bauer- Friedrich vom Museum Gunzenhauser. Von Kolle hingegen, der 1924 nach Frankreich ging, sei 1926 in Paris eine Galerie-Ausstellung komplett verkauft worden, so Bauer-Friedrich.

 

Ein von einem Grenobler Museumschef damals für 200 Franc erworbenes Porträt von Wilhelm Uhde, Kolles langjährigem Lebenspartner und Mentor, ist in der Chemnitzer Retrospektive genauso zu sehen wie das erst in diesem Sommer von einem Privatmann aus Mexiko für rund 30 000 Euro ersteigerte Anfangswerk «Die Knaben mit den Fächern» aus dem Jahr 1922. Gezeigt werden auch Kolles Selbstporträts, mal als Boxer, mal im «Jagdkostüm». Immerhin ein Sechstel seines Gesamtwerks verwendete Kolle auf die Darstellung von Sportlern, darunter ein Jockey oder - entstanden nach einer Spanienreise 1930 - gleich eine Hand voll Torero-Bilder, wobei die Stierkämpfer müde oder im Sterben liegend gezeigt werden.

 

Dass Kolle vor allem männlichen Figurenbilder zeichnete, führt Bauer-Friedrich nicht nur auf dessen Homosexualität zurück. Zu den Gründen dafür gehöre auch der Umstand, dass ihm Gesundheit ein Leben lang verwehrt blieb - die Folgen einer Malaria-Ansteckung seiner Mutter während der Schwangerschaft.

 

Dennoch hat Kolle laut Bauer-Friedrich 400 bis 500 Werke geschaffen. Zwei davon sind verschollen, nachdem die Nazis sie als «Entartete Kunst» aus deutschen Museen verbannt hatten. Andere wiederum sind verschwunden, weil Kolle selbst sie später übermalte.

 

Die meisten Bilder von Kolle, der 1899 im damals von Berlin noch eigenständigen Charlottenburg zur Welt kam, sind bis heute in Privatbesitz. Die Chemnitzer Retrospektive, für die ein Teil der eigentlichen Dauerausstellung vorübergehend ins Depot verbannt wurde, profitiert auch vom eigenen Bestand: Die Stiftung Gunzenhauser besitzt immerhin 19 Gemälde und eine Kolle-Federzeichnung. Angesichts der zahlreichen Leihgaben nennt Kunstsammlungschefin Ingrid Mössinger die Kolle-Ausstellung dennoch die bisher aufwendigste im Museum Gunzenhauser. In diesem Umfang werde sie so bald nicht wieder zu sehen sein: «Die Gelegenheit ist sozusagen einzigartig.»

 

 

www.kunstsammlungen-chemnitz.de

 



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