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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Geschmäht und bewundert - Schau über Ernst Jünger Von Wolf von Dewitz, dpa PDF Drucken E-Mail
Freitag, 05. November 2010 um 06:30 Uhr

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Geschmäht und gefeiert, beschimpft und bewundert: Der Autor Ernst Jünger erregte die Gemüter. Nun zeigt eine Ausstellung erstmals große Teile seiner Tagebücher und Manuskripte. Es sind Einblicke in den Schaffensprozess eines schier unerschöpflichen Schreibers.

 

Marbach/Neckar (dpa) - Was für ein Leben - der deutsche Autor Ernst Jünger war Kriegsheld, Antidemokrat, Hitler-Kritiker und schließlich konservativer Querdenker. Er wurde mit Preisen überhäuft und mit zorniger Ablehnung überzogen. Die Ausstellung «Ernst Jünger. Arbeiter am Abgrund» im Literaturmuseum der Moderne in Marbach/Neckar gibt von Sonntag an Einblick in das Leben des umstrittenen Autors. Jüngers Leben (1895-1998) sei eine schwindelerregende Fahrt durch die Höhen und finsteren Tiefen deutscher Geschichte im 20. Jahrhundert gewesen, sagte die Museumskuratorin Heike Gfrereis am Donnerstag.

 

Am Eingang liegt ein durchschossener Stahlhelm. Mit diesem Helm auf dem Kopf wurde der hochdekorierte Stoßtruppführer Jünger 1917 von einer feindlichen Kugel getroffen. In sein Tagebuch schreibt er knapp, das Hirn sei unversehrt geblieben. In nüchternem, kalten Stil beschrieb er auch Weltkriegs-Schlachtgemetzel. Sein Kriegsbuch «In Stahlgewittern» (1920) erzeugte Faszination und Ablehnung. Seine Original-Kriegstagebücher sind Teil der Museumsschau.

 

«Bei Jünger denken viele Menschen nur an die "Stahlgewitter", aber danach kamen noch fast 80 Jahre, in denen er intellektuell tätig war», sagt Kuratorin Gfrereis. So spannt die Marbacher Schau einen Bogen von Jüngers erstem Kindheits-Tagebuch bis zu seinem Tod. 280 Tagebücher und Manuskripte sind zu sehen. Doch wer einen literarischen Papierwust fürchtet, sieht sich getäuscht: Mehr als 300 weitere Exponate lockern die Ausstellung auf. Darunter sind Käferkisten des Insektenforschers Jünger, Schildkrötenpanzer, Sanduhren und Fotos. Die Exponate stammen aus dem Jünger-Haus in Wilflingen, wo er von 1951 bis zum Tod gelebt hat und das nach aufwendiger Sanierung im März 2011 als Gedenkstätte wiedereröffnet wird.

 

Jünger sei ein wahrer «Papierkrieger» gewesen, sagt der Historiker Stephan Schlak. Der Nachlass umfasse 170 Kisten mit mehreren zehntausend Briefen und Karten. Einige davon sind zu sehen, darunter ein Brief an den französischen Autor Céline oder eine Postkarte an Gottfried Benn. Nach den heftigen Auseinandersetzungen zwischen Kritikern und Anhängern von Ernst Jünger in den 1980-er Jahren habe sich die Lage heute entspannt, sagt Schlak. Jüngers Werk werde weniger emotional diskutiert. «Wir wollten aber keinen Gelassenheitsstrom inszenieren», betont Schlak. Auch die dunkle Seite Jüngers mit seinen militanten Schriften der 1920-er Jahre komme zur Geltung.

 



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