| Neues Zentraldepot muss größer werden |
|
|
|
| Dienstag, 09. November 2010 um 08:17 Uhr | ||
Schwerin (dpa/mv) - Das geplante, moderne Zentraldepot für die Landesarchäologie und das Staatliche Museum Schwerin muss größer gebaut werden als bislang angenommen. Großbaustellen wie die Erdgastrassen Opal und Nel im Land, in deren Vorfeld die Archäologen großflächig graben und zahlreiche Funde machen, erforderten mehr Platz, sagte der Büroleiter von Bildungsminister Henry Tesch (CDU), Ulf Tielking, am Montag in Schwerin. NDR 1 Radio MV berichtete, dass die Archäologen etwa doppelt so viele Fundstücke einlagern müssen wie zunächst angenommen.
Auch das Staatliche Museum Schwerin muss dem Bericht zufolge deutlich mehr Kunstschätze im neuen Depot einlagern. Das bezweifelte Tielking aber. Die Ankäufe seien nicht so umfangreich, sagte er. Der Direktor des Staatlichen Museums, Dirk Blübaum, sagte auf dpa- Anfrage, die ersten Planungen für das Zentraldepot seien gemacht worden, ohne Zahl und Umfang der einzulagernden Stücke zu erheben. Damit sei ein Flächenbedarf ermittelt worden, der sich als nicht realistisch herausgestellt habe.
Bis Jahresende sollen nun Tielking zufolge verlässliche Daten für das Zentraldepot vorliegen. Darauf werde die Planung des Baus in der zentrumsnahen Stellingstraße basieren. Bisher sind Gesamtkosten in Höhe von 35 Millionen Euro veranschlagt. Ob diese wegen des größeren Flächenbedarfs steigen, ist noch ungewiss. Im kommenden Jahr sollen die Planungen laufen, Baubeginn sei nicht vor 2012, sagte Tielking.
Der kulturpolitische Sprecher der Linksfraktion im Landtag, Torsten Koplin, forderte Tesch auf, im Bildungsausschuss des Landtags über die Hintergründe «dieser Fehlkalkulation» zu informieren.
Bundesweit sind derzeit mehrere neue Museumsdepots in Bau oder in Planung. Dabei geht der Trend zu Depots außerhalb der Museen, wie am Montag am Rande einer Tagung von rund 30 deutschen Museumsdirektoren in Schwerin deutlich wurde. «Wenn wir im Paradies leben würden, dann hätten wir das Depot lieber im Museum», sagte der Sprecher der Fachgruppe Kulturhistorische Museen und Kunstmuseen im Deutschen Museumsbund, Münsters Museumsdirektor Hermann Arnold. «Doch wir leben nicht da.»
Das Landesmuseum Münster (Nordrhein-Westfalen) bekommt in den nächsten Jahren einen Museumsneubau in der Innenstadt mit Depot einige Kilometer entfernt. In Freiburg (Baden-Württemberg) entsteht ein gemeinsamer Depotbau für fünf Museen, der als sogenanntes Null- Energie-Haus auch beim Energiesparen Maßstäbe setzen soll. Arnold und Blübaum sind seit Mai Sprecher der Fachgruppe.
|
























































