| Palaststreit - Architekt verklagt Stadt Dresden |
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| Dienstag, 09. November 2010 um 08:17 Uhr | ||
Dresden (dpa) - Architekt Wolfgang Hänsch (81) will den geplanten Umbau des Dresdner Kulturpalastes gerichtlich untersagen lassen. Die Klage soll an diesem Dienstag eingereicht werden, kündigte Hänsch am Montag an. Der Umbau stelle eine «unzulässige Entstellung seines urheberrechtlich geschützten Werkes» dar. Dresden will den Palast mit seinem 2400 Plätze fassenden großen Saal verändern, um der Philharmonie einen akustisch akzeptablen Raum zu schaffen. Das Projekt ist umstritten und stößt auch bei Veranstaltern der Unterhaltungsbranche auf Kritik. Sie halten Shows im Kulturpalast nur mit aktueller Kapazität und Bühnengröße für kalkulierbar.
Hänsch bezeichnete die Pläne der Stadt als «Schildbürgerstreich»: «Ein funktionsfähiger Mehrzwecksaal wird zerstört, um einen Konzertsaal zu errichten. Das ist ein frevelhaftes Unternehmen.» Der Architekt plädiert für ein separates Konzerthaus, das neben der Philharmonie auch der Sächsischen Staatskapelle Dresden - dem Orchester der Semperoper - dienen könnte.
Für diese Variante hatten sich Dirigenten aus aller Welt ausgesprochen, darunter James Levine, Zubin Mehta, Seiji Ozawa und George Prêtre. Der Kulturpalast wurde 1969 eröffnet und besaß damals den größten und modernsten Saal der DDR. Seit 2008 steht er auf der Liste sächsischer Kulturdenkmale.
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