| Insolvenz des Theaters Altenburg-Gera scheint abgewendet Von Andreas Hummel, dpa |
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| Dienstag, 09. November 2010 um 08:17 Uhr | ||
Die Insolvenz des Theaters Altenburg-Gera scheint abgewendet. Doch es gibt auch Einschnitte fürs Publikum. So wird das Festival «Alles Theater» gestrichen. Auch die Zukunft der Ballett-Tage ist ungewiss.
Gera (dpa) - Mit zusätzlichem Geld und Abstrichen im Programm soll das finanziell angeschlagene Theater Altenburg-Gera wieder in sicheres Fahrwasser gebracht werden. Allein das Kultusministerium habe gut eine Million Euro zugesagt, erklärte der Vorsitzende des Theater-Aufsichtsrates, Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), am Montag.
Dazu sei noch ein Kabinettsbeschluss nötig, der für den 23. November anvisiert sei. Zudem sei Thüringens einzigem Fünf- Sparten- Haus ein strikter Sparkurs verordnet worden. So sollen in der kommenden Spielzeit besonders aufwendige Inszenierungen vermieden und auf Gastkünstler weitgehend verzichtet werden. Auch die Eintrittspreise könnten erhöht werden, sagte Wolf.
Ohne Hilfe vom Land hätte das Theater spätestens Mitte Dezember Insolvenz anmelden müssen. Das sei nun abgewendet. Bedingung des Landes sei es gewesen, dass sich auch die drei Gesellschafter - die Städte Gera und Altenburg sowie der Landkreis Altenburger Land - entsprechend ihres Anteils daran beteiligen, das Defizit von 1,85 Millionen Euro bis Ende 2012 zu schließen.
Angesichts ihrer klammen Kassen sei es aber möglich, mit dem Innenministerium über Sonderzuweisungen zu verhandeln, erklärten Wolf und sein Geraer Amtskollege Norbert Vornehm (SPD). Auf Kredite soll verzichtet werden, da das Theater dadurch zusätzlich belastet würde.
Eine erste Zahlung über 850 000 Euro soll noch in diesem Jahr an das Theater erfolgen, eine weitere in etwa gleicher Höhe im Mai. Zudem sei vorgesehen, einzelne Raten vorzuziehen. Das Theater erhält regulär jährliche Zuschüsse von mehr als 16 Millionen Euro. Das Land trägt 9,5 Millionen Euro. Den Rest teilen sich die Gesellschafter, wobei Gera mit knapp vier Millionen Euro den größten Teil stemmt.
Einsparungen am aktuellen Spielplan seien aufgrund geltender Verträge nicht möglich. Doch wird das Freiluftfestival «Alles Theater» gestrichen. Die Zukunft der Ballett-Tage ist ungewiss. Zudem wird die Stadt Altenburg ihre Prinzenraub-Festspiele künftig in Eigenregie stemmen müssen, bisher wurden sie in einer Kooperation von Stadt und Theater ausgerichtet.
Vornehm bekannte sich zugleich klar zum Ballett, das in den vergangenen Wochen und Monaten ins Gerede gekommen ist. «Wir brauchen das Ballett», sagte er. «Es ist ein Flaggschiff dieses Hauses.»
Voraussetzung der Finanzzusage des Landes sei das Bekenntnis der Gesellschafter zu dem Theater auch für die Jahre 2013 bis 2017 gewesen. Wie dessen Struktur dann aussehen soll, dazu wollte sich Wolf nicht äußern. Schon vor der Finanzmisere war von zusätzlichem Geldbedarf in Millionenhöhe die Rede, wenn das Haus nach 2012 in seiner jetzigen Form erhalten werden soll.
Die Gesellschafter wollen zudem Konsequenzen aus dem Finanzdebakel ziehen. So soll der Generalintendant kaufmännische Kompetenzen abgeben und ein zweiter Geschäftsführer installiert werden. «Wir wollen weiterhin mit Matthias Oldag zusammenarbeiten», sagte Wolf. Oldag ist bisher Intendant und Geschäftsführer in Personalunion, sein Vertrag läuft allerdings zum Ende der Spielzeit aus. Ob er auch danach die künstlerische Arbeit des Theaters verantworten wird, dazu wollte sich Wolf nicht äußern.
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