| «Koffermodell»: Schweden spart dezentral Von Thomas Borchert, dpa |
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| Mittwoch, 10. November 2010 um 07:56 Uhr | ||
Stockholm (dpa) - Schwedens Kulturministerin Lena Adelsohn Liljeroth sieht sich nicht als Sparministerin. Mit 6,5 Milliarden Kronen (700 Mio Euro) kann sie für 2011 genauso viel Geld verteilen wie in diesem Jahr. Das nach dem Antritt der bürgerlichen Regierung vor vier Jahren entwickelte «Koffermodell» preist sie als geniales Konzept an, um die Entscheidung über Zuschüsse in die Regionen zu verlagern: Der Staat gibt nur noch einen Koffer voller Geld, und die Kommunen oder Bezirke entscheiden selbst, ob sie ihr Stadttheater, das sommerliche Jazzfestival oder die Ballettschule fördern.
Unter Betroffenen gilt das Modell eher als raffinierte Sparmethode, bei der die Verantwortung von Stockholmer Ministerbüros auf örtliche Verwaltungen abgeschoben wird. «Eigentlich gibt es keine staatliche Kulturpolitik mehr», findet die Publizistin Marie-Louise Samuelsson. «Mit der jetzigen Kulturpolitik wird die Kultur stärker an kommerzielle und populistische Interessen angepasst», meint Samuelsson.
Marie-Louise Ekman, Intendantin am Stockholmer Nationaltheater «Dramaten», bemalte aus Protest gegen drastisch gekürzte Zuschüsse ihr Gesicht mit Ziffern sowie Plus/Minus-Zeichen und polterte: «Wenn die Politiker jetzt nicht etwas für unser Nationaltheater tun, können sie ebenso gut den ganzen Mist abreißen lassen.»
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