In der Tat, es ist eine Schande, wenn maßgebliche Politiker eines hochkultivierten Landes beschließen, wegen lächerlicher 200 Millionen Euro Sänger und Instrumentalisten höchsten Ranges zu entlassen. Welchen Schaden wird dadurch der Kulturtourismus nehmen? Warum hört die Regierung der Niederlande nicht auf die Proteste der Bürgermeister der großen Städte (siehe den Bericht von Thomas Burmeister, dpa)? Es liegt nahe, zu vermuten, dass die Entscheidungsträger vielleicht mehr Ahnung von Schweinezucht als von Musikkultur haben. Ja, es ist zu vermuten, dass so mancher Politiker zwar nicht in einem bildungs-, dafür aber in einem kulturfernen Milieu aufgewachsen ist, einem Milieu, in dem Musik nur eine Geräuschkulisse ist, auf die man jederzeit verzichten kann. Eine Politik, die den Kulturhaushalt kürzt, sinkt herab auf das Niveau, das ihr entspricht: Es ist das Niveau des Stammtisches und der Populisten.
Was für ein Verlust, wenn der geniale Bernard Haitink nicht mehr in Holland dirigier...