| Polen: Künstler fordern mehr Geld Von Jacek Lepiarz, dpa |
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| Mittwoch, 10. November 2010 um 07:56 Uhr | ||
Warschau (dpa) - «Ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Kultur» - mit diesem Appell an Regierungschef Donald Tusk machen Polens Kulturschaffende auf die schwierige Lage aufmerksam. Die Beteiligung weltweit bekannter Künstler wie des Komponisten Krzysztof Penderecki oder der Literaturnobelpreisträgerin Wislawa Szymborska zeigt den Ernst der Lage.
Derzeit gibt der Staat nur rund 0,37 Prozent des BIP für die Kultur aus - viel zu wenig, meinen die Betroffenen. Im Oktober schloss demonstrativ das Nationalmuseum in Warschau, eine der größten Einrichtungen dieser Art in Polen, für einen Tag alle ständigen Ausstellungen - aus Geldnot. Die Lage vieler anderer Museen ist nicht besser.
Nach dem demokratischen Umbruch von 1989 hat der Staat seine Rolle als Kulturmäzen stark eingeschränkt. Für die Künstler, die unter der kommunistischen Diktatur hohes Ansehen genossen, begann der Überlebenskampf. Die Wirtschaftskrisen verschärften die Probleme.
Der Vater der polnischen Wirtschaftsreformen, Leszek Balcerowicz, riet den Künstlern unlängst, statt staatliche Subventionen zu fordern, sollten sie selbstständiger werden. Doch selbst Kulturminister Bogdan Zdrojewski gibt zu, dass der Markt und das Privatsponsoring den Staat als Kunstmäzen nicht ersetzen können.
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