| Staatsbibliothek: Neue Zeugnisse alter Kunst |
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| Montag, 15. November 2010 um 06:41 Uhr | ||
Bamberg (dpa/lby) - Die Oberfrankenstiftung hat der Staatsbibliothek Bamberg zwei hochkarätige Sammlungskomplexe aus Dauerleihgaben überlassen: Eine Briefsammlung des Dichters Jean Paul und seltene Druckwerke des Komponisten, Schriftstellers und Zeichners E.T.A. Hoffmann. Parallel dazu stellt die Staatsbibliothek an diesem Montag das Erschließungsprojekt «Digitalisierung der Kaiser-Heinrich- Bibliothek» vor, das maßgeblich von der Oberfrankenstiftung gefördert wurde.
Die Stiftung hat im vergangenen Jahr ein Ensemble von 1108 autografen Briefen und Billetts von Jean Paul (1763-1825) erworben, in diesem Jahr einen erlesenen Bestand von 226 raren Druckwerken zu E.T.A. Hoffmann (1776-1822). Jean Pauls Briefe an den jüdischen Bankier Emanuel Osmund in Bayreuth spiegeln nach Angaben von Bibliotheksdirektor Werner Taegert ein Stück Sozialgeschichte zu Beginn des 19. Jahrhunderts wieder. Als eine Art «Ersatz-Tagebuch» geben sie Zeugnis von der romantischen Brief- und Geselligkeitskultur und des deutsch-jüdischen Miteinanders.
Die Spezialsammlung des romantischen Universalgenies Hoffmann zählt laut Taegert zu den herausragenden Schätzen der Staatsbibliothek, der bedeutendsten Altbestandsbibliothek Bayerns nach der Bayerischen Staatsbibliothek München. Die wertvollsten Stücke gehen auf Hoffmanns Zeit in Bamberg von 1808 bis 1813 zurück. Durch die Publikationen zu den literarischen Voraussetzungen, zum Umfeld und zur Wirkungsgeschichte Hoffmanns konnte der Bestand weiter ausgebaut werden, erklärte Taegert.
Die internationale Bedeutung der Staatsbibliothek beruht vor allem auf den 165 Handschriften aus der Zeit vom 5. bis zum Anfang des 11. Jahrhundert, die weitgehend auf Bistumsgründer Kaiser Heinrich II. zurückgehen. Diese Kulturgüter von Weltrang sind künftig kostenlos weltweit rund um die Uhr im Internet zugänglich. Zwei dieser Prachthandschriften aus der Zeit um 1000, die «Bamberger Apokalypse» und der Kommentar zum Hohen Lied und zum Buch Daniel, gehören seit 2004 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.
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