| Eine Galerie schreibt Kunstgeschichte |
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| Dienstag, 16. November 2010 um 06:51 Uhr | ||
Kleve (dpa/lnw) - Die Karriere eines Künstlers ist ohne eine Galerie kaum vorstellbar. In Kleve würdigt jetzt eine Ausstellung eine der prägendsten Kunsthandlungen des Rheinlands: die Düsseldorfer Galerie Dorothee und Konrad Fischer, in der seit Ende der 1960er Jahre moderne Kunstgeschichte geschrieben wurde. Das Museum Kurhaus Kleve zeigt bis zum 20. März die Sammlung Fischer, die das Ehepaar parallel zu seiner Galeriearbeit aufbaute.
Zahlreiche deutsche, englische und amerikanische Künstler, die heute international bekannt sind, konnten bei Konrad Fischer (1939- 1996) ihre erste Einzelausstellung oder ihr Europa-Debüt realisieren. On Kawara, Richard Long, Carl Andre - sie präsentierten ihre Werke in der Altstadt in der legendären Tordurchfahrt, die Fischer zu einem Galerieraum umfunktioniert hatte. «Dorothee und Konrad Fischer: Archiv einer Haltung» ist der Titel der Schau, der darauf hinweist, dass die Arbeit des Galeristen auch immer ein Bekenntnis zu einer künstlerischen Haltung ist.
Privat trug der Galerist Fischer mit seiner Frau Werke frecher und radikaler Künstler zusammen, die heute allesamt «Klassiker» sind: Gilbert & George, Bruce Naumann, Joseph Beuys, Gerhard Richter, Thomas Schütte. Zur Eröffnungsausstellung 1967 reiste der US- Objektkünstler Carl Andre mit nur einer Skizze nach Düsseldorf, um seine Arbeit dann eigens für Fischers Galerie fertigen zu lassen.
Die Ausstellung rückt mit Fotos und Dokumenten auch Konrad Fischer selbst in den Fokus, der nicht nur Galerist war, sondern sich unter dem Namen Konrad Lueg als Maler betätigte. Anfang der 60er Jahre stellte Lueg seine ersten Bilder gemeinsam mit Sigmar Polke und Gerhard Richter aus.
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