| Polanskis Leben und Werk im Potsdamer Filmmuseum Von Nadine Hummel, dpa |
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| Donnerstag, 18. November 2010 um 06:49 Uhr | ||
Kostüme, Drehbücher und ein Strick - von diesem Donnerstag an zeichnet das Filmmuseum Potsdam Leben und Werk des Filmregisseurs Polanski nach. Beides lag bei ihm immer nah beieinander. Auch seine Strafverfolgung in den USA wird nicht ausgespart.
Potsdam (dpa/bb) - Der ausgestopfte Hase fällt ins Auge. «Ein Symbol für Verfaulung und vergammelte Speisen», erklärte Matthias Knop, Kurator der Ausstellung über Roman Polanski im Filmmuseum Potsdam, am Mittwoch. Verwesung sei ein immer wiederkehrendes Motiv in Polanskis zum Teil sehr tragischem Leben, das der Künstler, dessen Mutter in Auschwitz ermordet wurde, oft in seinen Werken verarbeitete. «Die Erklärung hierfür können Besucher ab Donnerstag im Filmmuseum finden», sagte Direktorin Bärbel Dalichow. Dann beginnt dort die Schau mit dem Titel «Roman Polanski - Regisseur und Schauspieler».
Sie entstand auf Basis der Ausstellung im Filmmuseum Düsseldorf. Zunächst war das Projekt aufgrund finanzieller Kürzungen der Landesregierung abgesagt worden. Das Kulturministerium gab erst im Juli die notwendigen Mittel von 45 000 Euro aus dem Haushalt der Einrichtung frei.
Die Organisatoren - unter anderem das Filmmuseum Potsdam, die Pariser Cinématèque Francaise und das Filmmuseum Lodz (Polen) - wählten einige Exponate aus den über 40 Filmen Polanskis aus. So sind bis zum Frühjahr 2011 Kostüme aus dem Oscar-premierten Film «Der Pianist» (2002) zu sehen, Drehbücher und ein Strick, dessen Bedeutung Interpretationssache sei. «Wir haben bewusst verstörende Aspekte eingebaut, damit wir dem Künstler Polanski als Querdenker gerecht werden», sagte Kuratorin Ugla Gräf.
In den Potsdamer Filmstudios Babelsberg drehte der 77-Jährige zwei seiner Filme. «Der Pianist» (2002) und acht Jahre später «Der Ghostwriter». Thematisiert wird auch das Justizverfahren gegen den 77-Jährigen. Er soll sich in den 70er Jahren an einer Minderjährigen vergangen haben. Polanskis Festnahme im letzten Jahr in der Schweiz sorgte weltweit für Empörung.
http://www.filmmuseum-potsdam.de
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