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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Neues Museum erinnert an Nürnberger Prozesse - Festakt PDF Drucken E-Mail
Freitag, 19. November 2010 um 07:01 Uhr

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Nürnberg (dpa/lby) - Naziführer hatten sich dort einst für ihre Gräueltaten verantworten müssen - künftig soll ein eigenes Museum an die Nürnberger Prozesse vor 65 Jahren erinnern. Mit einem Festakt will Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) an diesem Sonntag (21. November) das neue «Memorium Nürnberger Prozesse» eröffnen. An der Feier im Nürnberger Justizpalast will auch der russische Außenminister Sergej Lawrow teilnehmen. Außerdem haben sich Vertreter der drei anderen Weltkriegsalliierten USA, England und Frankreich angesagt.

 

Im Saal 600 des Nürnberger Landgerichts hatten die vier Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg die Hauptkriegsverbrecher des Naziregimes vor einem internationalen Militärtribunal zur Rechenschaft gezogen. Auch die zwölf Nachfolgeprozesse vor US- Militärgerichten waren bis 1949 in dem dafür umgebauten Gerichtssaal abgehalten worden. Noch heute finden dort größere Strafprozesse statt.

 

Das «Memorium Nürnberger Prozesse» ist im Dachgeschoss des Gerichtsgebäudes untergebracht - schräg über dem Saal 600. An prozessfreien Tagen ist der Saal zu besichtigen. In der übrigen Zeit erlauben vier Sichtluken einen Blick auf den «authentischen Ort», wie der Leiter der Museen der Stadt Nürnberg, Matthias Henkel, sagt. Sollten dem prozessuale Gründe entgegenstehen, steht es den jeweiligen Kammervorsitzenden allerdings frei, den Blick in den Gerichtssaal mit Milchglas zu vernebeln.

 

Die rund 750 Quadratmeter große Dokumentationsausstellung ist künftig durch einen eigenen Eingang und ein vom normalen Gerichtsbetrieb abgetrenntes Treppenhaus zugänglich. Die Ausstellung selbst ist in vier Abschnitte gegliedert. Der erste und zugleich größte Abschnitt schildert mit Bildern, Dokumenten, Filmen und Tonaufzeichnungen die Vorgeschichte und den Ablauf des Hauptkriegsverbrecherprozesses. Kurzbiografien stellen die Angeklagten vor, Texttafeln erläutern die Anklagepunkte.

 

Auf dem grau-schwarzen Terrakotta-Boden findet sich ein Grundriss des früheren Gerichtssaals, der nach dem Ende der Prozesse wieder zurückgebaut worden war. Drei kleinere Ausstellungen gehen auf die Nachfolgeprozesse ein und skizzieren den Weg bis zur Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag. Der Rundgang endet vor einer Weltkarte, die an die heutigen internationalen Konfliktherde erinnert. Die einzigen Exponate sind zwei Anklagebänke, die seinerzeit extra für den Prozess von US-Ingenieuren entworfen worden waren.

 

Der Eröffnung des «Memoriums» schließt sich ein Begleitprogramm an. So ist bei einer Veranstaltung am Dienstag (23. November) im Saal 600 der Chefankläger im sogenannten Einsatzgruppenprozess, Benjamin B. Ferencz, zu Gast. Über seine Erlebnisse mit der sowjetischen Delegation in Nürnberg berichtet in einem Vortrag am kommenden Mittwoch (24. November) Josef Gofman; er war Wachmann während des Hauptkriegsverbrecherprozesses. Am 30. November liest Siegfried Ramler aus seinem Buch «Die Nürnberger Prozesse». Ramler war bei den Prozessen als Simultandolmetscher eingesetzt.

 



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