| Schau geht Mythos um «Lawrence von Arabien» nach |
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| Freitag, 19. November 2010 um 07:01 Uhr | ||
Oldenburg (dpa/lni) - Archäologe, Geheimagent und Filmheld - um «Lawrence von Arabien» ranken sich viele Geschichten. Doch was davon ist Dichtung und was Wahrheit? Dieser Frage geht die Ausstellung «Lawrence von Arabien. Genese eines Mythos» im Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch von diesem Sonntag an nach. Mit mehr als 500 Exponaten beleuchtet sie das Leben des britischen Forschers Thomas Edward Lawrence, seine Rolle beim Aufstand der Araber gegen das Osmanische Reich und die Geschichte des Nahen Ostens.
«Wir verfolgen die verschiedenen Lebensabschnitte von Lawrence und zeigen, wie daraus ein Mythos entstanden ist», sagte Museumsdirektor Mamoun Fansa am Donnerstag. Dazu trug neben einer spektakulären Bühnenschau zu Lebzeiten des Wissenschaftlers vor allem David Leans epochaler Kinofilm «Lawrence von Arabien» von 1962 bei. Auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche sind bis zum 27. März unter anderem Filmszenen, Comics, historische Dokumente, Fotos, Grabungsfunde sowie der Lesesessel und die Kamera des Wissenschaftlers zu sehen.
Zwei Jahre lang habe das Museum an der Konzeption für die Ausstellung gearbeitet. Die Exponate kommen zum großen Teil aus London. So gehören das Britische Museum, die Tate Gallery sowie die Royal Academy of Arts zu den Leihgebern aus London. Weitere Ausstellungsstücke stammen aus Zürich und Paris. Im Landesmuseum können die Besucher auf zwei Etagen den Spuren des Wissenschaftlers, Forschers und Intellektuellen folgen.
Lawrence wurde am 16. August 1888 in Wales geboren. Er studierte Geschichte und reiste für archäologische Ausgrabungen nach Syrien, Palästina und Ägypten. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete er für den britischen Nachrichtendienst in Kairo und unterstützte die Araber beim Kampf um die Unabhängigkeit. Mit nur 47 Jahren kam Lawrence bei einem tragischen Motorradunfall ums Leben.
«Der Mythos um seine Person stützt sich auf seine Rolle, die er bei der arabischen Revolution gespielt hat», erläuterte Fansa. Diese zeigt die nach Museumsangaben erste Schau zu diesem Thema auf dem Kontinent sowohl aus Sicht der Briten, die Lawrence als Helden verehrten, als auch aus der der Araber, die ihn kritischer sahen.
Welche Auffassung zutrifft, was Mythos und was Wahrheit ist, sollen die Besucher dann selbst entscheiden. Eins ist nach Angaben von Fansa aber sicher: «Danach wird man den Film mit ganz anderen Augen sehen.»
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