| Chance für Rückgabe von Goethe-Zeichnungen |
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| Montag, 22. November 2010 um 07:24 Uhr | ||
Erfurt/Weimar (dpa/th) - Kann der Freistaat die ins Ausland verkauften wertvollen Goethe-Zeichnungen doch zurückholen? Offenbar hat die Adelsfamilie Henckel von Donnersmarck die Bilder verkauft, obwohl sie gar nicht rechtmäßiger Eigentümer war. Das Restitutionsverfahren, bei dem die Familie die Bilder nach 1990 zurückerhalten hatte, sei nie offiziell abgeschlossen worden, berichtete MDR Thüringen am Sonntag. Dem zuständigen Landesamt für offene Vermögensfragen sei kein Rückgabebescheid bekannt. Damit würden die Zeichnungen - so die Einschätzung eines vom MDR zitierten Juristen - weiterhin als enteignet gelten. «Man könnte die Bilder zurückholen.»
Die Familie Henckel von Donnersmarck ist mit Goethes Schwiegertochter Ottilie von Pogwisch verwandt. Seit 1994 bestand zwischen der Familie und der Klassikstiftung Weimar ein Dauerleihvertrag. Nach Informationen des MDR war die Stiftung immer davon ausgegangen, dass die Leihgabe als «gütliche Einigung» mit dem Grafen galt - und die Bilder damit als zurückgegeben. Darüber sei das zuständige Landesamt aber in 16 Jahren nicht informiert worden, hieß es.
Im Oktober war bekanntgeworden, dass die Familie 39 Bilder Goethes an einen österreichischen Sammler verkaufte. 29 waren damals schon in Österreich, 10 weitere sollten folgen. Die zehn Zeichnungen waren kurz zuvor noch für eine Sonderausstellung in Weimar gewesen. Sie wurden daraufhin kurzfristig unter Schutz gestellt. Wären auch die anderen Bilder rechtzeitig als nationales Kulturgut anerkannt worden, hätte der Verkauf nach Österreich nicht stattfinden dürfen.
Anfang 2009 hatte Nikolas Henckel von Donnersmarck die Klassik Stiftung gebeten, ihm - unter Fortwirkung des Dauerleihvertrages - die Zeichnungen vorübergehend auszuhändigen. Er habe sie weiter wissenschaftlich untersuchen lassen wollen. Das Land hat inzwischen eine Untersuchung zu den Vorgängen eingeleitet.
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