| Berliner Schloss soll bis 2019 wieder stehen Von Nada Weigelt, dpa |
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| Mittwoch, 24. November 2010 um 07:02 Uhr | ||
Braucht man ein Schloss, wenn sonst allerorten gespart wird? Jein, sagt die Bundesregierung. Sie verschob den Wiederaufbau der Hohenzollern-Residenz in Berlin um drei Jahre, jetzt soll das Mammutprojekt 2019 fertig sein.
Berlin (dpa/bb) - Die Rekonstruktion des Berliner Schlosses soll nach dem von der Bundesregierung verordneten Aufschub bis zum Jahr 2019 abgeschlossen sein. Ursprünglich war das Jahr 2017 vorgesehen. Baustaatssekretär Rainer Bomba stellte am Dienstag den neuen Zeitplan vor. Danach sollen zwar schon 2012 umfangreiche Vorarbeiten beginnen, für 2013 ist der erste Spatenstich geplant. Der tatsächliche Bau wird dann aber, wie in den Sparplänen der Bundesregierung vorgesehen, erst 2014 beginnen.
Das Schloss soll unter dem Namen Humboldtforum ein Museums- und Kulturzentrum werden. Der Wiederaufbau kostet gut 550 Millionen Euro. Der seit Jahren tätige Förderverein übergab am Dienstag einen weiteren Scheck über eine Million Euro an die als Bauherr eingesetzte Stiftung. Insgesamt soll der Förderverein 80 Millionen Euro der Baukosten beisteuern, um die umstrittene Rekonstruktion der historischen Fassade zu ermöglichen.
Bis jetzt seien 14,5 Millionen Euro Spendengelder eingegangen, teilte Vereinsvorstand Wilhelm von Boddien mit. Stiftungsvorstand Manfred Rettig sagte: «Wir bauen auf die 80 Millionen und wir sind absolut optimistisch, dass wir sie erzielen werden.» Boddien rechnet damit, dass bis zur Eröffnung 2019 auch die historische Fassade «bis auf den ein oder anderen Rest» komplett steht. Zwischenzeitlich hatte es Überlegungen gegeben, die alten Teile später anzufügen.
Die Stiftung hat eigenen Angaben zufolge bereits mehr als ein Drittel der Reliefs und Skulpturen im Originalmaßstab als Modell rekonstruiert. Sie sollen jetzt nach und nach in die Schlossbauhütte in Spandau gebracht werden, in der voraussichtlich aber Frühjahr 2011 Schlossteile vorgefertigt werden.
Ursprünglich sollte der Wiederaufbau der Hohenzollern-Residenz im Herzen Berlins 2011 beginnen. Als Teil des Sparpakets verschob die Bundesregierung das Vorhaben im Juni jedoch um drei Jahre auf 2014. «2013 soll der erste Spatenstich sein. Das ist der Wille der Bundesregierung und meines Ministers (Peter Ramsauer)», bekräftigte Staatssekretär Bomba.
Die einstige Preußen-Residenz war zu DDR-Zeiten unter SED-Chef Walter Ulbricht gesprengt und durch den Palast der Republik ersetzt worden. Nach dem Abriss des asbestverseuchten, aber in Ostteil Berlins sehr beliebten Gebäudes entschied der Bundestag 2002, auf dem Gelände ein Ausstellungs- und Veranstaltungszentrum («Humboldtforum») zu errichten, das die Form und Fassaden des einstigen Schlosses erhält.
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