| Bundespremiere für Karikaturen-Wanderausstellung Von Iris Leithold, dpa |
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| Donnerstag, 25. November 2010 um 06:51 Uhr | ||
Merkel und Westerwelle schleppen den deutschen Michel durch die Wüste. Fragt Merkel: «Wie weit ist es noch?» Darauf Westerwelle: «Wohin?» - Diesen Witz erzählt eine von 60 Karikaturen in einer bundesweiten Wanderausstellung, die am Mittwoch in Schwerin startete.
Schwerin (dpa/mv) - Der deutschen Haushaltspolitik widmet sich eine Karikaturen-Wanderausstellung der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die am Mittwoch in Schwerin gestartet wurde. In 60 Zeichnungen nehmen 15 prominente Karikaturisten, darunter Barbara Henniger, Burkhard Mohr und Horst Haitzinger, nicht nur Politik und Politiker aufs Korn. Auch Blüten, die Sparbemühungen der Wirtschaft treiben können, werden entblättert. So lässt Karikaturist Thomas Plaßmann eine Frau zu ihrem Mann sagen: «Wunderbar!! Du hast den Job?!!» Darauf er: «Jetzt müssen wir nur noch etwas finden, wovon wir leben können.»
«Die Finanz- und Wirtschaftskrise scheint überwunden», schreibt der Geschäftsführer der Initiative, Hubertus Pellengahr, im Vorwort des Katalogs zu den Beweggründen für die Ausstellung mit dem Titel «Das sparen wir uns - der bundesdeutsche Haushalt im Spiegel der Karikatur». Die gute Kassenlage verführe und wecke Begehrlichkeiten. Doch ein genauer Blick zeige, dass sich die Staatsverschuldung unerbittlich weiter auf die Zwei-Billionen-Marke zu bewege. Als weitere Stationen der Ausstellung, die siebente der Initiative seit 2004, stehen bislang Potsdam, Erfurt und Hamburg fest, wie Sprecher Jan Loleit sagte.
Zusammengestellt hat die Schau Walther Keim, der bis zu seiner Pensionierung Leiter der Pressedokumentation des Bundestags war und dort ein Karikaturenarchiv aufgebaut hat. Dieses ist inzwischen auf rund 250 000 Arbeiten angewachsen, wie Keim in Schwerin sagte. Er hält die Karikatur für eine «Denkschule für Demokraten» und meint, dass sie in der Bildungsarbeit viel mehr eingesetzt werden sollte.
In deutschen Zeitungen würden politische Karikaturen immer mehr wie ein Stiefkind behandelt, beklagte Keim. Gründe seien ökonomische Zwänge und mangelndes Interesse von Redakteuren. Karikaturen seien ein Beunruhigungsmittel. «Das brauchen wir, damit die Demokratie vorangebracht wird», meinte er.
Mit der Ausstellungseröffnung feierte das Bildungswerk der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern am Mittwoch sein 20-jähriges Bestehen.
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