| Junge Rheinland-Künstler trumpfen auf |
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| Freitag, 26. November 2010 um 06:45 Uhr | ||
Leverkusen (dpa/lnw) Das Rheinland mit seiner reichen Kunstlandschaft und der berühmten Düsseldorfer Akademie hat sich immer als Avantgarde verstanden. Allerdings ist in den vergangenen Jahren mit Berlin oder Leipzig starke Konkurrenz aufgekommen. Eine Ausstellung im Leverkusener Museum Morsbroich trumpft als Kontrapunkt jetzt mit einer neuen Generation von Künstlern auf, die fast alle in den 1970er Jahren geboren wurden und im Rheinland leben.
Die Werke von mehr als 30 Künstlern, die heute zwischen 30 und 40 Jahre alt sind, sind von Sonntag bis zum 13. Februar kommenden Jahres zu besichtigen. Der Titel der Schau - «Neues Rheinland Die postironische Generation» - ist der Versuch, eine gemeinsame Strömung auszumachen. So distanziert sich die 70er-Generation nach Ansicht der Ausstellungsmacher in ihrer Ausdrucksform von den ironischen Künstlern der 80er Jahre, zu denen etwa Martin Kippenberger gehörte.
Bei der neuen Generation sei Ironie dagegen geradezu verpönt, sagte Museumsleiter Markus Heinzelmann am Donnerstag. Dagegen prägten Ernsthaftigkeit, Engagement und Humor die Werke. Kuratorin Stefanie Kreuzer sagte: «Die Künstler gehen damit auch das Risiko ein, sich lächerlich oder angreifbar zu machen.»
Die «postironischen Künstler» wie Gregor Schneider, Paloma Varga Weisz oder Gert und Uwe Tobias haben bereits Erfolge in Venedig oder New York gefeiert. Sie experimentieren häufig mit traditionellen und aus der Mode gekommenen Mitteln wie Keramik, Holzdrucken oder Scherenschnitten. Zugleich verblüffen sie auch mit ungewöhnlichen Materialien: Tobias Hantmann etwa kämmt in Veloursteppiche Muster ein, die sich bei Betrachtung aus der Ferne als Ansichten seines Ateliers entpuppen.
Der aus Kuba stammende Diango Hernández lässt den Besucher in ein Mikroskop blicken, das in einem verknoteten Müllsack steckt. Faszinierend ist eine aufwendige Schwarz-Weiß-Zeichnungsanimation von Katja Davar, bei der mit Schaltplatinen bemalte Tücher an Leinen aufgehängt im Wind flattern.
Bunte Haufen von angebissenen und geschnittenen Keramik-Äpfeln hat Christoph Schellberg geformt. Markus Karstieß hat eine begehbare Gitterzelle aufgestellt, bei der die Zwischenräume des Stahlgitters mit Keramik gefüllt sind. Gregor Schneider errichtete einen vier Meter hohen Katzen-Kratzbaum im Museumsgarten. Nichts davon sei ironisch gemeint, betonen die Kuratoren. Aber zumindest Humor ist der neuen Rheinland-Künstlergeneration nicht fremd.
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