| Einmalige Zusammenarbeit: «Kunst der Aufklärung» in China |
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| Samstag, 27. November 2010 um 09:13 Uhr | ||
In Europa läutete die Aufklärung das Ende des Absolutismus ein. Die Kunst dieser wichtigen historischen Epoche soll von Frühjahr 2011 an in China zu sehen sein.
Berlin (dpa) - In einer bisher einmaligen Zusammenarbeit zeigen drei große deutsche Museen im nächsten Jahr «Die Kunst der Aufklärung» in Peking. Die Ausstellung mit Schlüsselwerken aus dem 18. Jahrhundert soll das weltgrößte Museumsgebäude am Platz des Himmlischen Friedens eröffnen.
Die Schau aus Berlin, Dresden und München werde ein Meilenstein im deutsch-chinesischen Kulturdialog, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, am Freitag bei der Vorstellung in Berlin. Die anhaltende Verletzung der Menschenrechte in China soll bei der Ausstellung kein Thema sein.
An dem Projekt sind die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Nationalmuseum beteiligt.
Gezeigt werden fast 600 Objekte - Meisterwerke von Künstlern wie Goya, Thomas Gainsborough, Antoine Watteau, Claude Joseph Vernet und Caspar David Friedrich, aber auch Skulpturen, Kunsthandwerk und kostbare wissenschaftliche Instrumente. Daneben gibt es unter dem Titel «Aufklärung im Dialog» ein breites Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und einer Wiederbelegung des gesellschaftlichen Salons.
Ziel der für ein Jahr geplanten Ausstellung sei eine nachhaltige Vertiefung der kulturellen Kooperation mit China, sagte der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer. «Die Zusammenarbeit ist nicht fokussiert auf einen Event, der irgendwann sein Feuerwerk entfacht und dann wieder weg ist.»
Die Vorarbeiten für das Projekt laufen bereits seit Jahren, die erste Vereinbarung wurde im Mai 2007 im Beisein des damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler und des chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao unterzeichnet. Das Nationalmuseum in Peking soll nach einem spektakulären Umbau vom nächsten Frühjahr an mit fast 200 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche ein Forum der Weltkulturen werden.
Der stellvertretende Generaldirektor des Pekinger Museums, Huang Zhenchun, sagte bei der Präsentation, Deutschland habe sich vor Frankreich, Russland, Italien und anderen Ländern als ernsthaftester Kooperationspartner bewiesen: «Die Zusammenarbeit findet auch auf Regierungsebene höchste Zustimmung.»
Die Menschenrechtssituation in China ist nach Angaben von Eissenhauer kein Thema. «Wir konzentrieren uns auf die Möglichkeiten der Kunst. Auf die gegenwärtige politische Diskussion werden wir nicht eingehen.» Der Kulturexperte des Auswärtigen Amts, Werner Wnendt, betonte allerdings, die Prinzipien der Aufklärung seien auch eine Aufforderung an die heutige Politik, «die Benutzung des eigenen Verstandes zu erlauben.» Das Außenamt fördert die Ausstellung.
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