| Sorge ums Erbe der Ulmer Hochschule für Gestaltung |
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| Samstag, 27. November 2010 um 09:13 Uhr | ||
Ulm/Dessau (dpa/lsw) - Designer, Künstler und Wissenschaftler fürchten um den Umgang mit dem Erbe der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Die 1953 unter anderm von Otl Aicher und Max Bill gegründete und 1968 geschlossene «HfG» galt als eine der wichtigsten Institutionen für Design in der Geschichte der Bundesrepublik. Nun wenden sich die Unterstützer in einem Schreiben an Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) und den Landtag von Baden-Württemberg. Sie kritisieren in dem am Freitag von der Stiftung Bauhaus Dessau verbreiteten Schreiben die private HfG-Stiftung, die das Erbe der Hochschule verwaltet.
Deren inhaltliches Profil drohe verloren zu gehen, weil kommerzielle Interessen bei der Verwaltung der ehemaligen Gebäude sowie der Entwürfe und des Geistes der wohl bekanntesten deutschen Schule für Gestaltung nach dem Bauhaus im Vordergrund stünden. Das Land solle sich stärker für den Erhalt der Ulmer Designgeschichte einsetzen und etwa für eine geeignete Unterbringung des HfG-Archivs eintreten.
Die HfG-Stiftung wehrte sich am Freitag gegen die Kritik. Eine Unterstützung des Landes würde auch die Stiftung begrüßen, sagte Sprecher Frank Schulz am Freitag. «Aber im Moment ist nicht die Zeit, in der die Kulturförderung stark zunimmt.» Schulz wies auch die Vorwürfe im Brief zurück, das Erbe der Hochschule werde nicht gewahrt. Das Archiv sei ein zentraler Bestandteil des Konzepts zur weiteren Nutzung des ehemaligen Campus auf dem Ulmer Kuhberg.
«Es gibt einen Denkmalschutz für das Gebäude als einen der ersten Nachkriegsstahlbetonbauten», sagte er. Auch Denkmalpfleger und fachkundige Architekten seien an den Planungen beteiligt gewesen. Das Konzept zur weiteren Nutzung komme gut an, das Interesse von Firmen und jungen Kreativen an einer Nutzung sei sehr hoch. Stiftungsvorstand Dieter Bosch war am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Seit längerer Zeit gibt es Unstimmigkeiten über das HfG-Erbe. So hatten vor rund zwei Wochen der Fachbeirat des mit der HfG-Stiftung verbundenen Internationalen Forums für Gestaltung (IfG) und dessen Intendantin Regula Stämpfli ihren Rücktritt erklärt. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderm Ex-HfG-Dozent und Regisseur Alexander Kluge, dessen Kollege Edgar Reitz sowie Philipp Oswalt, Direktor der Bauhaus-Stiftung in Dessau.
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