| Altonaer Museum schließt bereits Ende des Jahres |
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| Samstag, 02. Oktober 2010 um 12:12 Uhr | ||
Hamburg (dpa/lno) - Das Altonaer Museum in Hamburg wird voraussichtlich schon Ende des Jahres geschlossen. Dies geht aus der Antwort des schwarz-grünen Senats auf eine Kleinen Anfrage der SPD- Fraktion hervor. Darin heißt es: «Der Ausstellungsbetrieb soll zum 31. Dezember 2010 beendet werden.» Die Landesregierung hatte sich wegen der desolaten Haushaltslage auf ein 510-Millionen-Euro- Sparpaket verständigt und dabei auch das Aus für das 1863 gegründete Museum beschlossen. Gegen die Schließung, welche den Haushalt um knapp 3,5 Millionen Euro entlasten soll, gab es bereits heftige Proteste. Unter anderem wurde auch eine Bürgerinitiative zum Erhalt des Museums gegründet. An diesem Sonntag veranstaltet das Museum ein Solidaritätsfest zugunsten der Aktion «Wir sind das Altonaer Museum».
Die SPD-Abgeordnete Gabi Dobusch kritisierte die geplante Schließung des Museums bereits zum Jahresende scharf. Damit greife der Senat den Haushaltsberatungen vor und versuche Fakten zu schaffen, bevor die Bürgerschaft sich dazu verhalten könne. «Hamburg hat sich bereits mehrfach mit unsensibler und dilettantischen Kulturpolitik blamiert», betonte Dobusch. «Die in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland einmalige Schließung eines Landesmuseums setzt dem die Krone auf.» Im Haupthaus des Museums und in den beiden Außenstellen, Jenisch Haus und Rieck Haus, werden rund 640 000 Objekte präsentiert. Im vergangenen Jahr wurden rund 92 000 Besucher gezählt, 2008 waren es rund 118 000.
Nach Ansicht der SPD-Fraktion steht das Altonaer Kerngebiet nach einer Schließung ganz ohne Museum da. Behauptungen des Senats, das Altonaer Museum habe weniger Besucher als die Außenstellen, seien falsch, sagte Dobusch. «Wahrscheinlich werden sich auch alle vom Senat in die Welt gesetzten Zahlen zum Einsparpotenzial nach und nach als falsch erweisen.» So sei bislang nicht klar, wie hoch die tatsächliche Einsparsumme ausfallen werde. In der Senatsantwort heißt es dazu: «Die mit der Schließung des Altonaer Museums verbundenen Maßnahmen und Kosten werden zzt. zwischen der zuständigen Behörde, der Stiftung Historische Museen Hamburg und der Hamburger Immobilien Management Gesellschaft abgestimmt.»
Bei der Solidaritätsveranstaltung für das Museum sind unter anderem Unterschriften- und Fotoaktionen geplant. Außerdem gebe es zahlreiche Führungen und ein Kinderprogramm. Auf einer Diskussionsveranstaltung wollen unter anderem der Altonaer Bundestagsabgeordnete und SPD-Landeschef Olaf Scholz, Hamburgs Verdi- Chef Wolfgang Rose und Lisa Kosok von der Stiftung Historische Museen Hamburg über das Thema «Sparzwang und Kultur-Harakiri - wohin führt die Hamburger Kulturpolitik» debattieren. Geladen sind zudem Vertreter des ebenfalls von Einsparungen betroffenen Deutschen Schauspielhauses.
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