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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kleist-Grab als Parklandschaft - Neugestaltung 2011 PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 05. Oktober 2010 um 06:27 Uhr

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Jahrzehnte fristete das Grab Heinrich von Kleists ein kümmerliches Dasein - jetzt soll die letzte Ruhestätte des Dichters und Dramatikers vom Ballast der NS-Propaganda befreit werden.

 

Berlin (dpa/bb) - Das Grab Heinrich von Kleists in Berlin soll zum 200. Todestag des Dichters im November 2011 neu gestaltet werden. Das kündigte Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz am Montag an und stellte entsprechende Pläne vor. «Der gegenwärtige Zustand des Kleist-Grabes wird der Bedeutung Heinrich von Kleists in keiner Weise gerecht.»

 

Mit Unterstützung der Cornelsen Kulturstiftung, die dafür 500 000 Euro zur Verfügung stellt, sollen die Grabstelle und die umliegende Parklandschaft am Ufer des Kleinen Wannsees neu gestaltet werden. Ein Zugang von der Königsallee Ecke Kronprinzessinnenweg nahe dem S- Bahnhof Wannsee sollen dazu kommen. Bisher ist nur ein Zugang von der Bismarckstraße aus möglich. Der schwer gemütskranke Kleist (1777- 1811) hatte sich am Kleinen Wannsee mit der unheilbar krebskranken Henriette von Vogel am 21. November 1811 erschossen.

 

Wichtig sind Schmitz auch die geplanten Informationstafeln im gesamten Gelände. Sie sollen nicht nur die Lebensgeschichte des Dichters dokumentieren, sondern auch den jetzt vorhandenen Grabstein aus der NS-Zeit erläutern. «Das ist der anagemessene Umgang mit diesem Erbe nationalsozialistischer Kulturpolitik und deren Versuchen, Heinrich von Kleist ideologisch zu vereinnahmen.»

 

So verschwand im Laufe der Jahre der Spruch «Er lebte, sang und litt / in trüber schwerer Zeit, / er suchte hier den Tod, / und fand Unsterblichkeit - Matth.6 V.12», und wurde 1941 durch das Kleist- Zitat aus dem «Prinz von Homburg» ersetzt: «Nun, o Unsterblichkeit bist du ganz mein».

 

Erst seit 2003 gibt es auf der Grabanlage auch einen Gedenkstein für Henriette Vogel, der in die Neugestaltung miteinbezogen werden soll. Laut Schmitz ist der ursprüngliche Grabstein, der sich im Stadtmuseum befindet, nicht mehr verwendbar. Nach seinen Angaben gab es auch Pläne für ein eigenes Kleist-Denkmal in Wannsee, jedoch ist man davon wieder abgerückt.

 

Günter Blamberger, Präsident der Kleist-Gesellschaft, wies darauf hin, dass die Gesellschaft leider auch an der Umwidmung des Grabsteins durch die Nationalsozialisten beteiligt gewesen sei. «Wir denken immer noch über die damalige Untat nach und überlegen auch eine mögliche Wiederherstellung des ursprünglichen Grabsteins.» Darüber soll auch auf dem Symposium der Kleist-Gesellschaft im November diskutiert werden. «Der jetzige Stein ist für mich problematisch», meinte Blamberger. Die Gesellschaft verleiht alljährlich den renommierten Kleist-Preis.

 

An den Gedenkveranstaltungen zum internationalen Kleist-Jahr 2011 beteiligen sich unter anderem der Bund, die Länder Brandenburg und Berlin, die Stadt Frankfurt (Oder) und die Kleist-Gesellschaft. Den Auftakt macht im Frühjahr 2011 die Stadt Frankfurt (Oder). Im Ephraim-Palais in Berlin gibt es eine Ausstellung über Leben und Werk Heinrich von Kleists. Im Berliner Maxim Gorki Theater sollen alle Dramen Kleists in Neuinszenierungen aufgeführt werden. Bereits in diesem Jahr stehen die alljährlich stattfindenden Kleist-Festtage in der Oderstadt für den in Frankfurt (Oder) geborenen Dichter vom 5. bis 10. Oktober 2010 unter dem Motto «Mit dem Feuer spielen».

 

 

www.heinrich-von-kleist.org

 



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